Die Debatte um kostenpflichtiges Leitungswasser in Wiener Lokalen geht in die nächste Runde. Eine Stichprobe der Arbeiterkammer in 30 Restaurants und Kaffeehäusern hatte ergeben, dass nur drei davon Leitungswasser kostenlos ausschenken. Ein halber Liter kostete im Test bis zu 3,60 Euro.
Thomas Peschta, Gastro-Sprecher der Wiener Wirtschaftskammer, übt nun gegenüber "Heute" deutliche Kritik an der Erhebung.
"Ich habe nichts gegen seriöse Studien, aber wir haben 8.000 Gastronomiebetriebe in Wien, ich glaube nicht, dass 90 % etwas für Wasser verlangen", sagt Peschta. Sein Vorwurf: "Von 30 auf 8.000 Betriebe zu schließen, das ist schon frech."
Dass Leitungswasser grundsätzlich kostenlos sein müsse, sieht Peschta nicht: "Wenn man zu uns kommt und Gratis-Leitungswasser fordert, dann geht es nicht so. Wasser kostet."
Laut Peschta koste die Gastronomen ein Kubikmeter Wasser inklusive aller Gebühren fünf Euro. Dazu kämen Personal und Miete. "Wir geben Eiswürfel oder eine Zitronenscheibe dazu, da ist es nur fair, wenn wir ein wenig dafür verlangen. Wir bekommen es auch nicht geschenkt. Wir müssen alles zahlen. Im Supermarkt gibt es auch keine Gratis-Wurstsemmel."
Auch Konsumenten würden schließlich für ihr Wasser zu Hause bezahlen, argumentiert der Gastro-Sprecher weiter.
Peschta betont allerdings, dass viele Wirte beim Leitungswasser durchaus großzügig seien: "Die meisten Betriebe verlangen bestenfalls eine kleine Anerkennung, wenn nur Leitungswasser bestellt wird."
Anders sehe es aus, wenn Gäste ohnehin konsumieren: "Sobald eine andere Bestellung da ist, stellen die meisten Wirte auch ein Wasser auf den Tisch – kostenlos." Die AK-Stichprobe hält Peschta dennoch für "sehr einseitig" und "unfair".