Die Lage im Föhrenwald bei St. Egyden am Steinfeld bleibt angespannt. Stundenlang kämpften die Einsatzkräfte gegen den Großbrand, der sich durch die extreme Trockenheit und den immer wieder drehenden Wind rasant ausbreitete. Zeitweise näherten sich die Flammen den ersten Häusern bis auf 50 Meter.
Aus Sicherheitsgründen mussten rund 150 Anrainer ihre Häuser verlassen. Betroffen waren unter anderem Teile der Katastralgemeinde Neusiedl am Steinfeld. Wie der ORF Niederösterreich berichtet, wurden die Bewohner mehrerer Straßenzüge von Feuerwehrleuten aufgefordert, ihre Häuser sofort zu verlassen.
Ein betroffener Anwohner schilderte dem ORF die dramatischen Minuten: "Innerhalb kürzester Zeit sind die Feuerwehren bereits bei uns durch die Gasse gefahren. Ein Feuerwehrauto ist dann bei jedem Haus stehen geblieben und hat gemeint, ich soll unbedingt das Haus verlassen. Dieses Mal sei es sehr ernst."
Gegenüber "Heute" gab Feuerwehrsprecher Klaus Stebal vom niederösterreichischen Landesfeuerwehrkommando am Freitagabend Entwarnung – zumindest teilweise. Insgesamt standen 91 Feuerwehren mit rund 830 Mitgliedern im Einsatz.
Unterstützt wurden die Bodentrupps von einem gewaltigen Luftaufgebot: Insgesamt elf Fluggeräte waren im Einsatz, darunter vier Hubschrauber des Innenministeriums, vier Bundesheer-Hubschrauber – darunter auch zwei Black Hawks – sowie drei Löschhubschrauber privater Unternehmen.
Zusätzlich wurden der Sonderdienst Waldbrand, der Flugdienst sowie vier Katastrophenhilfszüge aus den Bezirken Baden und Neunkirchen alarmiert.
Die gute Nachricht: Trotz der bedrohlichen Lage konnten die Einsatzkräfte verhindern, dass die Flammen auf die Wohnhäuser übergreifen konnten. "Es gibt keine Schäden an Gebäuden", erklärte Stebal gegenüber "Heute". Auch Verletzte habe es glücklicherweise keine gegeben.
Für die evakuierten Bewohner gab es am Abend schließlich Entwarnung. Ab 21 Uhr durften sie wieder in ihre Häuser zurückkehren.
An ein Ende der Löscharbeiten ist dennoch nicht zu denken. Während in der Nacht die Löschhubschrauber ihren Einsatz einstellen müssen, bleiben zahlreiche Feuerwehrleute weiterhin am Boden im Einsatz. Die Kräfte werden zwar reduziert, eine durchgehende Brandbekämpfung ist jedoch weiterhin sichergestellt.
Mit dem ersten Tageslicht soll der Großeinsatz am Samstag erneut mit voller Stärke fortgesetzt werden. Ziel ist es, letzte Glutnester zu löschen und ein erneutes Aufflammen des Feuers zu verhindern.