Gemüse, Käse, Kürbiskernöl oder Fleisch wechseln am Freitagvormittag auf dem Hauptplatz den Besitzer. Doch kurz vor Marktschluss beginnt für viele Verkäufer die heikelste Phase. Mehrere Unternehmer berichten, dass immer wieder ganze Kassen gestohlen werden.
"Das größte Problem hier ist der Diebstahl", erklärt ein Verkäufer den "OÖN". Den 65-jährigen Produzenten von Kürbiskernöl traf es innerhalb weniger Monate gleich doppelt: "4.600 Euro waren weg." Auch bei den anderen Standlern ist der Kassen-Klau längst Dauerthema.
Ein 53-jähriger Landwirt aus dem Hausruckviertel spricht sogar von wöchentlichen Fällen: "Das ist eine Katastrophe hier. Das ist ganz extrem", klagt der Verkäufer, der auf seinem Hof Wollschweine und Wasserbüffel hält. In einer gemeinsamen Chatgruppe tauschen sich die Betroffenen über die Vorfälle aus.
In Marchtrenk (Bez. Wels-Land) steht der Mann ebenfalls auf dem Wochenmarkt, in Gmunden war er bisher schon zweimal. Von ähnlichen Diebstählen habe er dort noch nichts gehört. Er selbst blieb in Linz bisher verschont. Einen Grillhendl-Verkäufer erwischte es am Hauptplatz hingegen bereits: Die Täter holten seine Kassa aus dem Auto.
Besonders angespannt ist die Lage laut Bericht nämlich rund um das Ende des Marktes: Dann müssen Waren, Kisten und übrige Produkte in Autos oder Transporter verladen werden. Die Kassen geraten dabei offenbar für wenige Augenblicke aus dem Blick.
Die Verkäufer fordern jetzt mehr Kontrollen auf dem Hauptplatz. Ein Händler schlägt zivile Polizeistreifen zwischen 11.30 und 12.30 Uhr vor – also genau dann, wenn die Stände abgebaut und die Fahrzeuge beladen werden. Seit Juni wisse auch die Polizei über die Fälle Bescheid, es gebe auch schon mehrere Anzeigen.