Einsame Oma sucht Familie für Weihnachtsfest

Die Frau stellte eine Kleinanzeige online
Die Frau stellte eine Kleinanzeige onlineBild: iStock
Eine einsame Großmutter wollte Weihnachten nicht alleine feiern. Und erntete für ihre Kleinanzeige Hass-Kommentare.
Am 11. Dezember, versteckt zwischen Kleinanzeigen auf Craigslist, begann diese Geschichte: "Braucht jemand eine Großmutter für Weihnachten?" hieß es da. Und weiter: "Ich habe niemanden und wäre gerne Teil einer Familie. Ich kann das Abendessen kochen. Ich werde auch Essen und Geschenke für die Kinder mitbringen! Es macht weh, niemanden zu haben."

Das Inserat auf der Anzeigen-Seite hat die Amerikanerin Carrie aufgegeben, eine Frau aus der Stadt Tulsa im Bundesstaat Oklahoma. Überraschenderweise fielen die Reaktionen auf ihre Suchaktion zunächst aber gar nicht positiv aus. Die einsame Frau musste böse Kommentare einstecken: Manche Leute schrieben, dass sich da jemand ein Scherz erlaube oder womöglich sogar bloß eine großzügige Familie ausnutzen wolle. Eine Person schrieb sogar, sie solle sich doch umbringen.

Inserat wurde auf Facebook geteilt

Dabei vermisste Carrie, eine Frau in den Fünfzigern, die mit einer Krebserkrankung kämpfte und sich von ihrer Tochter entfernt hatte, doch eigentlich nur ihre Enkelin, die sie nicht mehr sehen durfte. Später wird sie der New York Times erzählen: "Ich konnte nicht verstehen, wieso Leute, die ich nicht kenne, so unhöflich und hasserfüllt zu mir waren. Ich war niedergeschmettert." Carrie nahm das Inserat von Craigslist. Und ging zum Tanzstudio ihrer Enkelin, wo sie hoffte, durch das Fenster einen Blick auf die Kleine zu erhaschen.

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Das war aber noch nicht das Ende der Geschichte. Der 21-jährige Carson Carlock, der das Inserat ebenfalls sah, hatte Mitleid. Also postete er einen Screenshot des "Braucht jemand eine Großmutter für Weihnachten?"-Angebots mit dem Hashtag #FINDGRANDMA auf Facebook. Carson schrieb Carrie zudem eine Nachricht: "Du wirst Weihnachten dieses Jahr nicht alleine feiern." Und tatsächlich: Der Beitrag wurde tausendfach geteilt und die Oma bekam auf einmal viele Angebote von Leuten, die sie besuchen wollten.

Tränen flossen bei erstem Treffen

Der Facebook-Post schoss durch die Decke – und als Carson von einem lokalen Fernsehsender interviewt wurde, sah Carrie, wer ihr Unterstützer war. Die beiden nahmen Kontakt miteinander auf und trafen sie sich vor ein paar Tagen sogar persönlich vor einem McDonalds. Als Carrie den jungen Mann sah, brach sie in Tränen aus und die beiden umarmten sich. "Es war eine große, große Umarmung, eine sehr große Umarmung", sagte Carson in einem Interview mit der New York Times.



Carrie, die letztendlich entschieden hat, Weihnachten mit Freunden zu feiern, ist nicht die Einzige, die am Heiligen Abend einsam ist. Sie hat im Lauf ihrer Craigslist-Story viele Nachrichten von Leuten erhalten, die ebenfalls eine Familie für Weihnachten suchten. "Ein Typ schrieb mir, er sei gut im Abwaschen." Carrie und Carson haben den Mann natürlich gleich kontaktiert.

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USANewsWelt

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