Einwohner demonstrieren für verurteilten Bürgermeister

Der ÖVP-Politiker (links) wurde gewählt und dann erstinstanzlich zu 7,5 Jahren Haft verurteilt.
Der ÖVP-Politiker (links) wurde gewählt und dann erstinstanzlich zu 7,5 Jahren Haft verurteilt.Matthias Lauber/laumat.at
Der wegen Vergewaltigung verurteilte Bürgermeister der oberösterreichischen Gemeinde Scharten trat zurück. Nun demonstrieren Bürger FÜR ihn.

Der Schartener Bürgermeister Jürgen H. (55) wurde am Montag vom Landesgericht Wels zu 7,5 Jahren Haft verurteilt (nicht rechtskräftig). Bereits im Jänner dieses Jahres war der Prozess gegen den ÖVP-Politiker gestartet, wir berichteten. Die Staatsanwaltschaft hatte dem Politiker vorgeworfen, in der Zeit von 2014 bis 2016 eine Mitarbeiterin zwei Mal sexuell belästigt und gleich drei Mal vergewaltigt zu haben.

DNA-Spur überführte Bürgermeister

Als das mutmaßliche Opfer nach langem Schweigen schließlich via Gemeinderatssitzung den Weg in die Öffentlichkeit suchte, hat der Angeklagte die Frau zivilrechtlich geklagt und somit versucht, sie zum Schweigen zu bringen. Auch eine Anzeige wegen Verleumdung wurde gegen die Frau eingebracht. Bis zuletzt hatte der 55-Jährige alle Vorwürfe bestritten, auch Geschlechtsverkehr mit dem Opfer – ein aufgehobenes Taschentuch mit seinen DNA-Spuren bewies jedoch sexuellen Kontakt zur Frau und ließen dem Gericht kein andere Möglichkeit, als den Politiker zu verurteilen.

Jetzt Solidaritäts-Demonstration für Verurteilten

Bei den Landtags- und Gemeinderatswahlen am 26. Oktober wurde der ÖVP-Bürgermeister trotz drohenden Urteils mit absoluter Mehrheit im Ort wiedergewählt. Nun solidarisieren sich Bürger der Gemeinde im Hausruckviertel mit ihrem abgesetzten Ex-Oberhaupt. Am Dienstag hatte seine Partei seinen Rückzug verkündet.

Bewohner des Ortes haben sich nun zusammengetan und wollen am kommenden Samstag auf dem Gemeindevorplatz für den in erster Instanz Verurteilten auf die Straße gehen. Mehr als 100 Personen, darunter erstaunlicherweise vorwiegend Frauen, haben sich angeblich bereits für die Solidaritäts-Kundgebung angemeldet, berichtet die "Kronen Zeitung".

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