Wirtschaft

Elektroauto laden ist jetzt teurer als Benzin tanken

Wegen der explodierenden Strompreise ist man derzeit vom Kostenpunkt her besser beraten, vom Elektroauto auf Verbrenner umzusteigen.

Leo Stempfl
Benzin ins Auto zu füllen ist derzeit billiger, als mit Strom zu fahren.
Benzin ins Auto zu füllen ist derzeit billiger, als mit Strom zu fahren.
Getty Images/iStockphoto (Symbolbild)

Nicht nur die Gas-, sondern auch die Strompreise schießen derzeit in die Höhe. Obwohl Österreich rund drei Viertel aus erneuerbaren Energien gewinnt, hat auch das mit dem Gaspreis zu tun. Denn es wird stets jener Preis fällig, den das teuerste Kraftwerk erzielen kann – und das sind derzeit eben Gaskraftwerke, die zu Energiespitzen zugeschaltet werden müssen.

Ein Ende dieses "Merit Order"-Prinzips fordern aktuell zahlreiche Organisationen und Parteien wie die SPÖ. Denn derzeit kommt es dadurch zu kuriosen Auswüchsen. So ist es derzeit tatsächlich der Fall, dass das Aufladen eines Elektro-Autos teurer kommt als das Tanken von Benzin.

Strom deutlich teurer als Benzin

Aktuell kostet ein Liter Super 95 an einer Tankstelle, die nicht gerade an einer Autobahn liegt, rund 1,85 Euro. Für eine Strecke von 100 Kilometern auf der Autobahn verbraucht das beliebteste Auto der Österreicher, der Škoda Octavia, rund vier Liter. Daraus ergibt sich ein Preis von 7,40 Euro für die Strecke.

Will man nun aber seinen Tesla an einer firmeneigenen "Supercharger"-Station laden, werden dazu aktuell 0,67 Euro pro Kilowattstunde fällig. Ein Model 3 verbraucht auf 100 Kilometern Autobahn aber gute 17 kWh – macht 11,39 Euro. Ein entsprechendes Foto postete der PR-Profi und frühere rote Polit-Berater Rudi Fußi auf Twitter.

Zu Hause ist es billiger

Pikantes Detail: Auf seiner Website zum Supercharger-System wirbt Tesla damit, dass das Laden billiger als Benzin sei ("€ Weniger als Benzin"). Derzeit dürfte das aber wohl nicht immer zutreffen.

Ein weiterer Grund für den hohen Preis von 0,67 Euro pro kWh ist jedoch, dass das Schnellladen an diesen Station teurer ist als etwa per Haushaltsstrom oder herkömmlicher Ladesäule. Dort ist das Tanken des E-Autos noch deutlich billiger und fällt mit rund 20 Cent pro kWh zu Buche – zumindest bis zur nächsten Tarifanpassung.

1/85
Gehe zur Galerie
    <strong>23.06.2024: "Keine Freunde": Jetzt packt Benko-Kenner aus.</strong> Signa-Finanzchef Pirolt verlässt das Unternehmen. In ein Interview packt er über Benko &amp; Co. aus – <a data-li-document-ref="120043770" href="https://www.heute.at/s/keine-freunde-jetzt-packt-benko-kenner-aus-120043770">Gerüchten zufolge könnte er sogar Kronzeuge werden &gt;&gt;&gt;</a>
    23.06.2024: "Keine Freunde": Jetzt packt Benko-Kenner aus. Signa-Finanzchef Pirolt verlässt das Unternehmen. In ein Interview packt er über Benko & Co. aus – Gerüchten zufolge könnte er sogar Kronzeuge werden >>>
    HELMUT FOHRINGER / APA / picturedesk.com