Die deutsche Seemanns-Rock-Band Santiano, bekannt für ihre tiefe Verbundenheit zum Meer und ihr Engagement für den Tierschutz, hat sich in die hitzige Debatte um Buckelwal Timmy eingeschaltet. Der Wal liegt seit Wochen in der Bucht vor der Insel Poel bei Wismar.
Für die fünf Musiker steht fest: Es geht längst nicht mehr nur um einen Wal, sondern darum, wie wir als Gesellschaft mit der Natur und der Tierwelt umgehen. Die aus dem Ruder laufenden Debatten um Timmys Rettung kritisieren sie scharf.
Die Band meldet sich auf Insta zu Wort: "Das Tier ist so geschwächt und gestresst, dass es nur eine Frage von wenigen Stunden sein wird, bis es in der nächsten Untiefe hängen bleibt. Selbst wenn es die Nordsee erreicht – glauben wir dann wirklich, einen Wal gerettet zu haben? Nein. Wir bekommen nur sein elendes Verrecken nicht mehr mit."
Santiano-Sänger Bjoern Both (61) stellte im Interview klar: "Bei einem humanen Akt der Tierrettung sind wir immer dabei." Viele wirkliche Experten glauben aber nicht, dass der Buckelwal diese Bergung überleben wird. Denn er hat sich ein Netz im Magen einverleibt, was es ihm irgendwann unmöglich mache, weiter Nahrung aufzunehmen.
Both zeigt sich beunruhigt, dass die Tierrettung nicht mehr sachlich diskutiert wird: Hier wurde einmal mehr die Wissenschaft und eine entsprechende Expertise infrage gestellt. Man hört stattdessen auf selbsternannte Walretter, die nur Emotionen und Empörung hochpeitschen.
Die Musiker betonen, dass ihr Standpunkt auf den Einschätzungen diverser Meeres- und Tierschutzverbände basiert. Laut Both wurde keine dieser Organisationen über den aktuellen Bergungsversuch informiert. Zudem sei unklar, wer die wissenschaftliche Kontrolle der Arbeiten am Tier übernimmt.