Wintersport

"Emotionalster Moment!" Feller weint nach Platz zwei

ÖSV-Star Manuel Feller raste im Slalom von Alta Badia auf den zweiten Platz. Danach ließ er seinen großen Emotionen freien Lauf.
Sebastian Klein
21.12.2020, 14:10
olympia live
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"Das ist der emotionalste Moment in meiner Karriere", schluchzte Manuel Feller am Montag ins ORF-Mikrofon. Der Tiroler wurde im ersten Saisonslalom in Alta Badia Zweiter. Auf die Siegerzeit von Ramon Zenhäusern (Schweiz) fehlten ihm lediglich acht Hundertstelsekunden. Hinter ihm wurde ÖSV-Kollege Marco Schwarz Dritter.

"Do is er wieder!", schrie sich Manuel Feller nach seiner Zielankunft im zweiten Durchgang den Frust des vergangenen Jahres von der Seele. Der 28-Jährige hat sich endgültig von seinen beiden Bandscheibenvorfällen zurückgekämpft und zeigte am Montag im ersten Slalom der Saison groß auf.

Wie viel Feller sein zweiter Platz nach der langen Leidenszeit bedeutet, zeigte er beim Interview im Zielraum. Tränen liefen ihm über die Wangen: "Unglaublich. Eine Genugtuung. Ich wäre auch mit dem fünften, vierten Platz happy gewesen. Jetzt ist das fast nicht zu beschreiben."

Feller weiter: "Vor allem die letzte Saison war unglaublich anstrengend, unglaublich schmerzhaft. Der ganze Sommer war zach, mit Schmerzen. Eine Genugtuung. Danke an alle Betreuer, Physios, die Freundin, Family und auch meine Fans."

Durch seine körperlichen Schwierigkeiten kam Feller in der vergangenen Saison nicht an sein Leistungsmaximum heran. Immer wieder äußerte er sich öffentlich über seine Kritiker. Auf Instagram deaktivierte er die Kommentar-Funktion unter seinen Postings, weil er regelmäßig Beleidigungen ausgesetzt war.

Die schwierigen Monate erklären, warum Feller seinen zweiten Platz als eine Genugtuung bezeichnete, er sich gleich mehrfach bei all jenen bedankte, die immer zu ihm stehen. Einen besonderen Dank richtete er an den ÖSV-Boss: "Mich hat gestern Peter Schröcksnadel angerufen, er hat gesagt, fahr einfach drauf los. Ich hatte schon überlegt, soll ich taktieren. Dann hab ich mir gedacht, wenn’s dem Präsidenten wurscht is …"

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