Wirtschaft

Energiepreise auch 2022 hoch, AK drängt auf Maßnahmen

Strom, Gas und Wärme ist in diesem Winter bedeutend teurer geworden. Laut AK braucht es sofort Entlastungen für Einkommensschwache.
Leo Stempfl
21.12.2021, 17:32

"Eine stabile Energieversorgung ist Teil der Daseinsvorsorge und muss für alle leistbar sein. Viele private Haushalte sind durch Corona ohnehin schon stark unter Druck, mit den Teuerungen von Strom und Gas rollt eine weitere Belastungswelle auf die Menschen zur", warnt Christa Schlager, Leiterin der Abteilung Wirtschaftspolitik in der Arbeiterkammer im Rahmen einer Pressekonferenz am Dienstag.

Denn die Preise für Strom, Gas und Wärme sind auf einem nie dagewesenen Hoch. Der Strompreis etwa ist 2021 gegenüber dem Vorjahr um rund 17 Prozent gestiegen. Der Gas-Großhandelspreis hat sich 2021 gegenüber dem Vorjahr verdreifacht.

"Besonders für energiearme Haushalte ist die derzeitige Preisexplosion kaum zu stemmen, denn sie haben schon unter normalen Umständen Schwierigkeiten, ihre Energierechnungen zu zahlen oder ihre Wohnräume ausreichend zu heizen", so Energieexpertin Sandra Matzinger.

Vier Sofortmaßnahmen

Menschen mit wenig Einkommen sind oftmals darauf angewiesen, in alten, schlechtisolierten Wohnungen zu leben. Darüber hinaus nutzen sie vielfach ebenso alte "Stromfresser", da sie keine neuen und energieeffizienten Elektrogeräte anschaffen können.

Vier Sofortmaßnahmen sollen dem möglichst rasch entgegenwirken. Mit den Energieversorgern soll ein Abschaltverzicht während der kalten Jahreszeit vereinbart, Heizkostenzuschüsse spürbar aufgestockt sowie ein Recht auf Ratenzahlung etabliert werden. Temporär befristet will die AK außerdem eine Reduktion der Umsatzsteuer für Strom und Gas auf den Mindeststeuersatz (10 Prozent), wie dies auch die EU-Kommission in ihrer "Tool-Box" zu hohen Energiepreisen vorschlägt.

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