Niederösterreich

Energie sparen? "Kann Tiere nicht erfrieren lassen"

Österreich soll Energie sparen. Keine Option für Schildkröten-Guru Markus Putzgruber aus NÖ, viele seiner Tiere würden dann erkranken.

Isabella Nittner
Markus Putzgruber kümmert sich um verletzte, ausgesetzte oder gefundene Schildis.
Markus Putzgruber kümmert sich um verletzte, ausgesetzte oder gefundene Schildis.
Bild: RespekTurtle

Im Wochentakt erklärt das Klimaschutzministerium unter der Führung von Leonore Gewessler, wie man als Einzelperson Energiesparen kann. Von einer Temperaturreduktion beim Heizen über das Abtauen des Kühlschranks bis hin zum vielbelächelten "Lass den Deckel auf dem Topf".

Stromrechnung über 20.000 Euro

Grund dafür ist bekanntermaßen die Energiekrise rund um exorbitant hohe Gas- und daran gekoppelte Strompreise sowie eine durch den Ukrainekrieg und die damit verbundenen Putin-Sanktionen entstandene, massive Versorgungsunsicherheit.

Bei Markus Putzgruber vom Verein "RespekTurtle" aus Seebarn am Wagram (Bezirk Tulln) macht sich dahingehend Stirnrunzeln breit.

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    600 Schildkröten beherbergt Markus Putzgruber auf seinem Gnadenhof.
    600 Schildkröten beherbergt Markus Putzgruber auf seinem Gnadenhof.
    RespekTurtle

    Vor der Krise machte die Stromrechnung seines Schildkröten-Gnadenhofs bereits 5.800 Euro aus, schon zu Beginn des Inflations-Höhenfluges begann er zu rechnen, die Zahlen trieben ihm Schweißperlen auf die Stirn: 10.000 Euro erwartete der 49-Jährige – doch es kam schlimmer. 

    "Wenn ich denke, dass wir letztes Jahr 0,06 Cent gezahlt haben und trotzdem 5.800 Euro Stromrechnung hatten und jetzt stehen wir bereits auf 0,22 und es wird angeblich noch teurer… ich darf gar nicht nachdenken…", schüttelt er im "Heute"-Gespräch den Kopf. Über 20.000 Euro wären das nach Adam Riese bei den derzeitigen Preisen.

    "Fahre ich Temperaturen runter ..."

    Die Stromrechnungen, um Teichanlagen, Pumpen & Co. betreiben zu können, begleicht er mit Spendengeldern. Öffentliche Förderungen bekommt er nicht. Erst kürzlich musste er einen Aufnahmestopp verhängen, für bestimmte Arten seiner Lieblinge hat er keinen Platz mehr. Auch die Futterpreise sind stark gestiegen.

    "Da gibt es keine Rabatte, aber auch keine Chance, dass ich weniger Strom verbrauche. Ich kann den Tieren ja nicht sagen, dass wir heuer sparen und die Afrikaner im Winter nur 18 Grad haben, wenn sie 30 Grad brauchen."

    Strompreisdeckel und Strompreisrabatt greifen bei ihm nicht. "Da gibt es keine Rabatte, aber auch keine Chance, dass ich weniger Strom verbrauche. Ich kann den Tieren ja nicht sagen, dass wir heuer sparen und die Afrikaner im Winter nur 18 Grad haben, wenn sie 30 Grad brauchen", so der Tierschützer zynisch.

    Bei einer Reduktion der Temperatur müsse man mit vielen erkrankten Tieren rechnen, erklärt Putzgruber, der nun hofft, mit einer Photovoltaik-Anlage gegensteuern zu können.

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