Die Energiewende hat einen schlechten Ruf: zu teuer, zu kompliziert. Doch ein Pilotprojekt in Baden-Württemberg beweist das Gegenteil. In drei Modellkommunen wurde durchgerechnet, wie sich erneuerbare Energien auf die Finanzen von Bürgern und Gemeinden auswirken – mit erstaunlichen Ergebnissen.
Laut den Berechnungen könnte Deutschland rund 120 Milliarden Euro im Jahr einsparen, wenn die Energiewende klug umgesetzt wird. Dieses Geld würde im Land bleiben – bei Bürgern, Unternehmen und öffentlichen Haushalten.
Wie n-tv berichtet, amortisiert sich eine PV-Anlage auf dem Dach bereits nach etwa acht Jahren. Eine neue Heizung ist je nach Größe nach zehn bis 15 Jahren refinanziert, ein E-Auto sogar schon nach vier bis sechs Jahren.
In den drei Beispielkommunen erreichen die Investitionen eine Gesamtrendite von etwa 8,5 bis 9,5 Prozent. Das hat auch bürgerliche Parteien überzeugt: CDU und Freie Wähler im Gemeinderat von Buchen sprachen sich für das Projekt aus.
Ein großer Vorteil: Die "Tankkosten" für E-Autos sind deutlich niedriger als beim Verbrenner. Auch Wärmepumpen funktionieren oft ohne teure Dämmung oder Fußbodenheizung - entgegen der weit verbreiteten Annahme.
Derzeit gibt Deutschland jedes Jahr rund 80 Milliarden Euro für Erdöl und Erdgas aus - Geld, das ins Ausland fließt und dort verschwindet. Mit jeder installierten Wärmepumpe und jedem E-Auto schrumpfen diese Ausgaben.
Rechnet man die Ergebnisse der kleineren Kommunen auf Baden-Württemberg hoch, ergibt sich eine Gesamtinvestition von etwa 150 Milliarden Euro bis 2040. Danach würden Bürger und Unternehmen jedes Jahr etwa 15 Milliarden Euro einsparen.
Die Experten kritisieren, dass die Bundesregierung durch Planungsunsicherheit die Energiewende bremst. Eine kluge Gestaltung des Wegs zu 100 Prozent erneuerbaren Energien würde einen massiven Konjunkturschub auslösen.