England-Trainer litt als "Elfer-Depp" und jetzt das

Southgate
SouthgateReuters
England-Trainer Gareth Southgate setzte auf ein junges Trio als Elferschützen im EM-Finale gegen Italien. Sie scheiterten - so wie der Coach 1996.

England scheiterte wieder einmal im Elferschießen. Der Traum vom ersten großen Titel nach 55 Jahren platzte im EM-Finale Sonntagnacht brutal. Italien verschoss selbst zwei Elfmeter, siegte aber dennoch hauchdünn mit 4:3. 

Denn gleich drei englischen Jungstars versagten im Elferkrimi die Nerven. Marcus Rashford schob den Ball knapp am Tor vorbei, bei den Elfmetern von Jadon Sancho und Bakary Sako parierte Italien-Keeper Gianluigi Donnarumma, der zum Spieler des Turniers gewählt wurde.

Sako, der den letzten Elfmeter vergab, wurde in sozialen Medien danach übel rassistisch beleidigt. Auch Sancho wurde tief unter der Gürtellinie attackiert. Der englische Verband gab noch in der Nacht eine Stellungnahme ab. Die Polizei ermittelt.

Besonders bitter war das K.o. im Elferschießen für England-Trainer Gareth Southgate. Als Spieler wurde er bei der Heim-EM 1996 selbst zum "Elfer-Depp" auf der Insel, als er gegen Deutschland im Halbfinale den entscheidenden Elfmeter verschoss.

Southgate gab vor der EM zu, lange darunter gelitten zu haben. "Am Ende machte mich die Krise stärker", meinte er. Er formte ein starkes englisches Nationalteam, das fast eine zweite Wembley-Heldenstory nach 1966 schrieb. Ein zweites Elfer-Trauma verhinderte aber die Erfolgsgeschichte. 

Southgate übernimmt dafür die Verantwortung. Muss er auch. Er wechselte zuvor alle drei Elfmeter-Fehlschützen ein. Das sehr junge Trio hielt dem Druck aber nicht stand. Dafür gab es scharfe Kritik in England.

"Das war meine Entscheidung, ich habe die Elfmeterschützen basierend auf dem bestimmt, was sie im Training geleistet haben, keiner ist alleine", sagte Southgate nach dem Spiel der BBC. "Wir haben als Team gewonnen und es liegt an uns allen, dass wir heute nicht gewonnen haben und in Sachen Elfmeter ist es meine Entscheidung." 

"Wir sind unglaublich enttäuscht. Die Spieler haben alles gegeben, was sie hatten. Auch heute, sie haben sich in Grund und Boden gelaufen", erklärt Southgate. "Wir hängen da alle drinnen, die Spieler haben dem Land unglaubliche Erinnerungen gegeben, heute ist es aber natürlich extrem schwierig für uns. Man muss enttäuscht sein, weil die Möglichkeiten, Titel zu gewinnen so selten im Leben sind. Aber wenn sie darüber nachdenken, was sie erreicht haben, können sie unglaublich stolz auf sich sein."

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