Im Kinderzimmer gehalten

Entenbaby als Haustier – nun greifen Tierschützer durch

Vier Tage lang lebte ein Entenküken im Kinderzimmer statt am Wasser. Was vielleicht gut gemeint war, wurde für das Tier zur ernsten Gefahr.
Lea Strauch
05.05.2026, 04:00
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Ein kleiner Ausreißer sorgte in Linz-Pichling für Aufsehen – und für einen Einsatz der SOS Tierhelfer. Ein Entenküken war dort alleine aufgefunden worden. Was danach passierte, sorgt jetzt bei den Helfern für Kopfschütteln.

Vier Tage im Kinderzimmer

Die Finderin nahm das Tier nämlich einfach mit nach Hause. Wie die Helfer gegenüber "Heute" schildern, wurde das Küken dort im Kinderzimmer gehalten – zudem falsch ernährt und war unterkühlt. Erst nach vier Tagen wandte sich die Frau am Samstag an die Experten.

"Die Finder haben nun richtigerweise eingesehen, dass Wildtiere ganz besondere Bedürfnisse haben und keine Haustiere sind", schreibt das Team auf Facebook. Und stellt klar: "So niedlich die kleinen gelben Flauschbälle auch sind – für eine gesunde Entwicklung brauchen sie den Kontakt zu Artgenossen und eine ganz spezielle, artgerechte Betreuung."

Das kleine Entchen wurde schließlich abgeholt und zu einer Pflegestelle gebracht. Dort lebt es nun mit Artgenossen, bekommt passendes Futter und wird auf ein Leben in der Natur vorbereitet. "Wir freuen uns, dass das Küken nun die Chance hat, in einer natürlichen Umgebung heranzuwachsen."

Mitnahme kann teuer werden

Der Fall zeigt, wie schnell gut gemeinte Hilfe zum Problem werden kann. Die Tierretter appellieren eindringlich: Wildtierbabys nicht mitnehmen, sondern sofort Fachleute kontaktieren. Und: "Ein Wildtier 'einfach so' als Haustier zu halten, ist in Österreich illegal und kann hohe Verwaltungsstrafen nach sich ziehen."

Denn: Wer ein Wildtier ohne Erlaubnis aus der Natur entnimmt, verstößt gegen mehrere Gesetze. Neben dem Tierschutzrecht greift auch das Jagdrecht – rechtlich kann das als Eingriff in fremdes Jagdrecht (Wilderei) gewertet werden.

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