Immer weniger Menschen stellen in Deutschland einen Asylantrag. Im April wurden laut Bundesamt für Migration nur 6.144 Erstanträge registriert – so wenige wie seit März 2013 nicht mehr. Gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht das einem Rückgang von rund einem Drittel.
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) verbucht diese Entwicklung als Erfolg seiner Politik. Ein Ende der stationären Grenzkontrollen kommt für ihn allerdings nicht infrage, wie der "Spiegel" berichtet. Diese werden seit Mai 2025 an allen deutschen Landgrenzen durchgeführt – auch an der Grenze zu Österreich.
Die Bundesregierung hatte die Kontrollen bereits im Februar bis zum Herbst 2026 verlängert. Dobrindt setzt damit weiterhin auf Maßnahmen wie verstärkte Zurückweisungen von Asylsuchenden direkt an der Grenze.
Von Jänner bis April 2026 wurden insgesamt 27.761 Erstanträge in Deutschland gezählt. Rechnet man diese Zahlen aufs Jahr hoch, wäre es das niedrigste Niveau seit über einem Jahrzehnt.
Während des Corona-Lockdowns 2020 gab es zwar noch niedrigere Monatswerte, doch damals war ganz Europa stillgestanden.
Für Pendler und Reisende zwischen Österreich und Deutschland bedeuten die Kontrollen weiterhin mögliche Verzögerungen an den Grenzübergängen.