Entführte Mia (8) in baufälligem Haus gefunden

Drei Männer hatten die achtjährige Mia Montemaggi am vergangenen Dienstag im Osten Frankreichs entführt. Jetzt hat die Polizei sie in der Schweiz aufgefunden.
Drei Männer hatten die achtjährige Mia Montemaggi am vergangenen Dienstag im Osten Frankreichs entführt. Jetzt hat die Polizei sie in der Schweiz aufgefunden.Picturedesk
Die achtjährige Mia wurde nach ihrer Entführung in Frankreich am 18. April in einem besetzten Haus in der Schweiz gefunden.

Mehrere Männer hatten am 13. April die achtjährige Mia Montemaggi im Osten Frankreichs entführt. Sie war bei ihrer Großmutter, die das Sorgerecht für sie hat, zu Hause, als drei Männer sie mitnahmen. Jetzt ist Mia nach einer groß angelegten Suche der Polizei wieder aufgetaucht: Die Polizei in Sainte-Croix in der Schweiz hat sie am 18. April gefunden – in einem Holzhaus, das zu einem besetzten Fabrikareal gehört. Die Mutter des Mädchens, die Kontakte zur Prepper-Szene haben soll, wurde festgenommen und soll an Frankreich ausgeliefert werden.

Jetzt wurden die Details ihrer Flucht bekannt: Nachdem die Männer Mia unter einem Vorwand aus dem Haus der Großmutter mitgenommen hatten – sie gaben sich ihr gegenüber als Mitarbeiter der Vormundschaftsbehörde aus – übergaben sie Mia der Obhut der Mutter. "Die Entführung war militärisch geplant worden", so der Staatsanwalt im französischen Nancy. Die Beteiligten hatten der Aktion sogar einen Namen gegeben – "Operation Lima". Als Budget standen 3.000 Euro zur Verfügung.

Entführer lehnen "Gesundheitsdiktatur" ab

Nach der Entführung fuhren drei Männer die Mutter und Mia zur Grenze, die die beiden zu Fuß überquerten. Einer der Männer, ein 41-jähriger Franzose, begleitete die Mutter danach weiter. Mutter und Tochter verbrachten die erste Nacht im B&B-Hotel in Lully, wie die Polizei bekanntgab. Am folgenden Morgen setzten sie ihre Flucht mit einem Taxi fort, das sie nach Neuenburg brachte. Dort tauchte Lola Montemaggi mit Mia einige Tage bei einer Frau unter, bevor sie zum Kollektiv im besetzten Haus in Sainte-Croix weiterreisten.

"Die Mutter wollte am Rande der Gesellschaft leben", hatte Nicolas Heitz, der Staatsanwalt von Épinal vor einigen Tagen erklärt. Sie wurde als "sehr rebellisch" beschrieben, lehnt Impfungen ab und soll sogar Anhängerin der Verschwörungsbewegung QAnon sein. Die 28-Jährige habe sich etwa geweigert, ihre Tochter zur Schule gehen zu lassen, und empfand den Entzug des Sorgerechts über Mia im Jänner als ungerecht. Die Entführer hatte sie offenbar über das Internet kennengelernt – alle lehnen die "Gesundheitsdiktatur" und die Corona-Maßnahmen in Frankreich ab, wie "Le Parisien" schreibt.

Insgesamt fünf Männer wurden im Zusammenhang mit der Entführung festgenommen. Bei einem von ihnen wurden Materialien gefunden, die zum Bombenbau benötigt werden. Weitere Verhaftungen seien nicht ausgeschlossen.

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