Ein Waffenlager mitten in Wien, ein Bekennervideo mit Hamas-Flagge und Pläne für einen Anschlag rund um den Jahrestag des Terrors gegen israelische Zivilisten am 7. Oktober: Eine 214 Seiten starke Anklageschrift des deutschen Generalbundesanwalts zeichnet das Bild einer weit fortgeschrittenen Terrorplanung, das berichtet die "Bild".
Demnach soll die Hamas Anschläge in Wien und Berlin vorbereitet haben. Als mögliche Ziele galten israelische Diplomaten, jüdische Gemeindezentren und pro-israelische Demonstrationen. Die Taten sollten rund um den 7. Oktober 2025 stattfinden – genau zwei Jahre nach dem Hamas-Massaker in Israel – auch "Heute" berichtete bereits.
Eine zentrale Rolle spielte laut Anklage Mohammed A. Ende Juli 2025. Zuvor waren fünf scharfe Pistolen des Typs HS-9 nach Berlin gebracht und dort mehrfach weitergegeben worden, so die Recherchen der "Bild".
Schließlich übernahm Mohammed A. die Waffen und transportierte sie nach Wien. Hier mietete er ein Lager und deponierte dort neben den fünf Pistolen auch Magazine, Wollmützen, Schlauchschals und Handschuhe.
Doch es fehlte zunächst an Munition. Eine erste Lieferung war in Berlin aus Angst vor Entdeckung in die Spree geworfen worden. Daraufhin wurde Ersatz organisiert.
Am 25. August wurden in Berlin 100 Patronen übergeben. Auch diese Munition soll Mohammed A. anschließend in das Wiener Lager gebracht haben, auch das steht in laut "Bild" in der Anklageschrift.
Besonders brisant ist ein weiteres Detail aus der Anklageschrift: Bereits am 7. August 2025 soll Mohammed A. in einer Wohnung in Wien ein Bekennervideo aufgenommen haben.
Laut Auswertung des deutschen Bundeskriminalamts war er darin vermummt, bewaffnet und vor einer Hamas-Flagge zu sehen. In der Videobotschaft soll er im Namen der "Qassam-Brigaden" blutige Racheaktionen in Europa angekündigt haben.
Die Ermittler gehen laut Anklage davon aus, dass Anschläge in Wien und Berlin zeitgleich oder kurz hintereinander erfolgen sollten.
Als Primärziele nennt die Anklage israelische Diplomaten, jüdische Gemeindezentren und pro-israelische Demonstrationen. Damit zeichnet sich erstmals konkret ab, wofür die in Wien gelagerten Waffen vorgesehen gewesen sein sollen, so die "Bild".
Parallel zur Wiener Waffensammlung wurde in Deutschland ein weiteres Arsenal beschafft: ein vollautomatisches Sturmgewehr, acht Glock-Pistolen und mehr als 600 Schuss Munition. Dieses Waffenpaket blieb allerdings in Deutschland.
Jetzt hat der deutsche Generalbundesanwalt vor dem Staatsschutzsenat des Berliner Kammergerichts Anklage gegen sieben Männer erhoben. Sie befinden sich laut "Bild"-Infos in Untersuchungshaft.
Für die Ermittler ergibt sich aus den Vorgängen ein weit verzweigtes Beschaffungsnetz über mehrere Länder.