Die Hoffnung auf eine schnelle Einigung im erbitterten Streit um die Lugner-Villa hat sich erneut zerschlagen. Am Freitag ging es vor dem Landesgericht für Zivilrechtssachen in Wien gleich zu Beginn um den angestrebten Vergleich zwischen Simone Lugner und der Lugner & Söhne Privatstiftung.
Doch der Millionen-Deal ist zumindest vorerst geplatzt. Simone Lugners Anwalt Florian Höllwarth erklärte vor Gericht, dass das neue Angebot erst seit wenigen Tagen vorliege: „Wir müssen noch darüber reden, können heute noch keinen Vergleich abschließen."
Damit geht das Tauziehen um die Döblinger Villa von Richard Lugner († 91) weiter.
Erst am Vortag war bekannt geworden, dass Simone ein "neues und verbessertes" Millionenangebot vorliegt. "Heute" berichtete.
Die finanziellen Vorstellungen beider Seiten lagen bisher weit auseinander: Simone hatte 24 Millionen Euro für eine Einigung gefordert. Angeboten wurden ihr zunächst drei Millionen Euro.
Mittlerweile liegt ein zweites und höheres Angebot auf dem Tisch. Wie hoch die neue Summe ist, wollte Höllwarth nicht verraten.
Der mögliche Vergleich hätte für Simone eine entscheidende Konsequenz. Sollte es doch noch zu einer Einigung kommen, visiert die Lugner & Söhne Privatstiftung laut ihrem Anwalt Markus Tschank einen Räumungstermin im Dezember an.
Im Zentrum des Streits steht Simones Wohnrecht in der Villa in Wien-Döbling. Die Stiftung, in der Wegbegleiter und Vertraute des verstorbenen Baumeisters das Sagen haben, klagt die Witwe.
Sie vertritt die Ansicht, Simone habe ihr Wohnrecht verwirkt, weil sie Richard Lugner nicht ausreichend gepflegt haben soll. Deshalb müsse sie das Haus verlassen. Simone wiederum kämpft um ihren Verbleib in der Villa.
Die zuständige Richterin legte beiden Seiten vor Gericht einen Vergleich nahe. Selbst wenn eine Partei das laufende Verfahren gewinnt, könnten weitere Prozesse folgen, erklärte sie.
Mit einer außergerichtlichen Einigung könnten die Beteiligten hingegen selbst bestimmen, wie der Streit endet.
Vorerst bleibt es allerdings beim Millionen-Poker: Das neue Angebot liegt auf dem Tisch, angenommen wurde es am Freitag noch nicht.