Viele Wiener hätten sich einen Park für den verstorbenen Richard Lugner in seinem Heimatbezirk in Grinzing gewünscht. Doch die MA 9 machte dem Wunsch am Dienstag (8.9.) einen Strich durch die Rechnung. Es wurde davon abgeraten, einen Park nach dem Wiener Original und bekannten Baumeister zu benennen. Schuld sind die "Tierchen" – Lugner wird sein "öffentlichkeitswirksamer Umgang mit seinen Partnerinnen" vorgeworfen.
Lugners Umgang mit ihnen sei "vielfach kritisch und als sexistisch beurteilt worden". "Mörtel" werden von der MA 9 auch "homophobe Äußerungen" vorgeworfen – ein Grund mehr, warum von einem Richard-Lugner-Park abgeraten wurde. Der zuständige Unterausschuss im Rathaus folgte der Beurteilung der MA 9. Nach Lugner wird kein Park benannt.
Nun reicht es seiner Witwe Simone Lugner, sie postete ein Video, in dem sie die von der Behörde angegebenen Argumente scharf zurückweist. "Sollte das die offizielle Begründung sein, finde ich das sehr schade und sogar eine Frechheit", so Simone Lugner in dem Clip. "Ich war mit Richard verheiratet und er ist immer sehr gut mit mir umgegangen. Er hat mich nie respektlos behandelt, nie angeschrien. Er wollte auch nicht, dass ich zu freizügig mit ihm an der Seite auftrete."
Der Baumeister sei immer "sehr bedacht auf einen eleganten Stil" gewesen. "Diese Tierchen-Sache war von den Medien aufgebauscht. Das war nie seine Intention. Er wollte immer nur eine Frau haben und mit dieser Frau dann alles gemeinsam machen. Das sollte eine ordentliche Frau sein und die hatte er damals in mir gefunden."
Was die Homophobie angeht, meint Simone Lugner: "Das muss an den Haaren herbeigezogen sein, der Alfons Haider zum Beispiel ist ein sehr guter Freund von Richard gewesen. Sie haben sich beide respektiert und wertgeschätzt – und das wäre nicht so gewesen, wenn da irgendwas dazwischen gestanden wäre."
Laut Bezirksvorsteher Daniel Resch (VP) wäre schon ein Grundstück für einen Lugner-Park beim Grinzinger Platz ausgewählt worden. "Es macht mich traurig", so Resch. Die Wiese bleibt nun namenlos.