Es war ein Abend, den Leonardo Wakonig wohl nicht so schnell vergessen wird: Im Bundeskanzleramt wurden Mittwochabend die "Zivildiener des Jahres" ausgezeichnet. Der Wiener sicherte sich dabei den Landes- als auch den Bundessieg, wurde im Rahmen einer Gala im Bundeskanzleramt von Familienministerin Claudia Bauer (VP) geehrt.
Mehr als 150 Zivildiener waren heuer für die Auszeichnung nominiert. Eine Fachjury wählte daraus neun Landessieger aus. Aus diesem Kreis wurde schließlich der österreichweite Sieger bestimmt – und der kommt mit Leonardo heuer aus Wien.
Wakonig absolvierte seinen Zivildienst von Oktober 2024 bis Juni 2025 bei den Johannitern. Dort wurde er zum Rettungssanitäter ausgebildet. Besonders beeindruckt zeigte sich die Jury allerdings von einem Einsatz, der gar nicht während seiner Dienstzeit stattfand. Der junge Wiener war mit Freunden unterwegs, als ihn die Lebensretter-App über einen Herz-Kreislauf-Stillstand in seiner Nähe alarmierte. Wakonig zögerte nicht, machte sich sofort auf den Weg und traf noch vor dem Rettungsdienst am Einsatzort ein.
Dort leitete er umgehend lebensrettende Maßnahmen ein. Damit überbrückte er jene entscheidenden Minuten, bis weitere Einsatzkräfte eintrafen. Für Leonardo selbst zeigt das Erlebnis, wie viel er während seines Zivildienstes gelernt hat.
Nur wenige Monate zuvor hätte er nach eigenen Angaben noch nicht gewusst, wie er in einer derartigen Situation richtig helfen kann. Seine Ausbildung zum Rettungssanitäter änderte das – und plötzlich musste er sein Wissen tatsächlich einsetzen.
Auch während seiner regulären Tätigkeit bei den Johannitern galt Leonardo als besonders engagiert, verlässlich und einfühlsam. In schwierigen Situationen bewahrte er Ruhe und übernahm Verantwortung. Patienten, Angehörige und Kollegen konnten sich auf ihn verlassen. Die Johanniter nominierten ihn deshalb für die Auszeichnung.
Mit dem Ende seines Zivildienstes war für Wakonig übrigens nicht Schluss. Er ist den Johannitern weiterhin als ehrenamtlicher Mitarbeiter verbunden und nach wie vor im Rettungsdienst aktiv. Damit steht der Wiener beispielhaft für einen Effekt des Zivildienstes: Bis zu 70 Prozent der Zivildiener bleiben ihrer früheren Einrichtung beziehungsweise dem Gesundheits- und Sozialbereich später ehrenamtlich oder hauptberuflich verbunden.