Zivildienst-Reform

Alarm um Sozialjahr: Diese Änderung droht jetzt

Die Regierung verhandelt über Neuerungen beim Zivildienst. Es wackelt auch die Anrechenbarkeit des freiwilligen Sozialjahrs. Ministerin Schumann warnt
Angela Sellner
17.08.2026, 18:06
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In die Debatte um den künftigen Zivildienst schaltet sich jetzt Sozialministerin Korinna Schumann (SPÖ) ein. Sie stellt sich klar gegen eine Schwächung des Freiwilligen Sozialjahres (FSJ) und fordert, dass dieses auch künftig als Zivilersatzdienst anerkannt wird.

Im Rahmen des Freiwilligen Sozialen Jahres können junge Menschen ab 17 für in der Regel 10 bis 11 Monate in Österreich in Sozialeinrichtungen, in Pflege oder Altenbetreuung tätig sein. Sie erhalten während dieser Zeit ein monatliches Taschengeld und ein KlimaTicket. Das FSJ kann bei einer Dauer von mindestens zehn Monaten als Ersatz für den Zivildienst anerkannt werden.

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"Wer sich freiwillig ein Jahr lang in den Dienst unserer Gesellschaft stellt, Verantwortung übernimmt und für andere Menschen da ist, verdient Anerkennung und keine zusätzlichen Hürden", betont Schumann gegenüber "Heute".

Verhandlungen zum Zivildienst

Hintergrund sind die laufenden Verhandlungen über Änderungen beim Zivildienst nach der Einigung der Regierung auf eine Wehrdienstreform. Dabei steht auch die Frage im Raum, ob und in welcher Form das Sozialjahr künftig auf den Zivildienst angerechnet werden kann.

Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen. Aus dem Büro der für den Zivildienst zuständigen Ministerin Claudia Bauer (ÖVP) heißt es, dieser Punkt sei weiterhin Gegenstand der Verhandlungen.

Schumann warnt vor möglichen Verschärfungen. Das Freiwillige Sozialjahr sei nicht nur eine wichtige Unterstützung für soziale Einrichtungen, sondern bringe junge Menschen auch mit Berufen in Pflege und Sozialbereich in Kontakt.

SPÖ-Sozialministerin Korinna Schumann plädiert für weitere Anrechenbarkeit des Sozialjahrs auf den Zivildienst.
Sabine Hertel
„Zivildienst und freiwilliges Engagement dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden.“
Korinna SchumannSozialministerin (SPÖ)

"Wir brauchen in Österreich mehr Menschen, die sich für einen Beruf im Sozial- und Pflegebereich entscheiden. Deshalb müssen wir jungen Menschen Türen öffnen und dürfen keine neuen Hürden errichten", so die Sozialministerin. Das Freiwillige Soziale Jahr sei dafür ein wichtiger Baustein.

Wichtig für Sozial- und Pflegeberufe

Für die Sozialministerin ist daher klar, dass bei den weiteren Verhandlungen über die Ausgestaltung des Zivildienstes die Auswirkungen auf das Freiwillige Soziale Jahr und auf die sozialen Einrichtungen berücksichtigt werden müssen.

"Zivildienst und freiwilliges Engagement dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Beides ist für den sozialen Zusammenhalt in Österreich von großer Bedeutung", erklärt Schumann.

Auch die Diakonie schlägt Alarm. Sie blickt "mit großer Sorge" auf mögliche Pläne, die Anrechenbarkeit des FSJ abzuschaffen. Das wäre ein "falsches Signal für engagierte junge Männer". Zudem würden sich mehr als 70 Prozent der Teilnehmer danach für eine Tätigkeit im Sozial- oder Pflegebereich entscheiden.

Für Änderungen beim Zivildienst braucht die Regierung eine Zweidrittelmehrheit. ÖVP, SPÖ und Neos sind damit auf Stimmen von FPÖ oder Grünen angewiesen. Beide Oppositionsparteien zeigten sich bisher zurückhaltend.

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