Personal-Lücke droht

Alarm um Zivildienst: Ministerin pocht auf Verlängerung

Der Zivildienst bleibt für Österreich unverzichtbar. Ohne eine Verlängerung könnten ab 2040 jedes Jahr rund 4.000 Zivildiener fehlen.
Newsdesk Heute
29.07.2026, 15:08
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Österreich steuert nach Einschätzung der Regierung auf einen deutlichen Mangel an Zivildienern zu. Laut Ministerin Claudia Bauer (ÖVP) könnten ab 2040 jährlich rund 4.000 Zivildiener fehlen, wenn der Zivildienst nicht verlängert wird.

Gemeinsam mit dem stellvertretenden Generalsekretär des Roten Kreuzes, Peter Kaiser, präsentierte Bauer am Mittwoch in der Blutspendezentrale des Roten Kreuzes in Wien aktuelle Zahlen zum Zivildienst. Die Ministerin betonte dabei die große Bedeutung des Systems für das Gesundheits- und Sozialwesen.

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"Tragende Säule" des Sozialwesens

"Der Zivildienst ist die tragende Säule des Gesundheits- und Sozialwesens bei uns in Österreich." Zudem sei der Zivildienst der wichtigste Nachwuchsbringer für viele Organisationen. Laut Bauer bleiben bereits jetzt bis zu 70 Prozent der Zivildiener ihren Einrichtungen später ehrenamtlich oder hauptberuflich erhalten.

Mit Stichtag 1. Juli waren österreichweit 7.935 junge Männer im Zivildienst. In der ersten Jahreshälfte wurden 5.244 Zivildiener zugewiesen. Die Bedarfsdeckung liegt derzeit bei 87,4 Prozent und damit etwas unter dem Vorjahreswert. Für das Gesamtjahr rechnet Bauer aber wieder mit einem ähnlichen Niveau wie 2025. Gleichzeitig stieg die Zahl der Zivildiensterklärungen gegenüber dem Vorjahr um acht Prozent beziehungsweise 663 Erklärungen.

Ministerin pocht auf Verlängerung

Mit Blick auf die Reform des Wehr- und Zivildienstes sprach sich Bauer erneut für eine Verlängerung des Zivildienstes aus. "Wir brauchen einen starken Grundwehrdienst, wir brauchen genauso einen starken Zivildienst in Österreich. Wenn uns die helfenden Hände in der Pflege, in der Behindertenbetreuung, im Kindergarten, im Rettungswesen und in vielen, vielen Bereichen mehr ausgehen, dann haben wir ein riesiges gesellschaftliches, zusätzliches Problem in Österreich."

Die Verlängerung sei aus ihrer Sicht nicht dazu gedacht, mehr junge Männer zum Grundwehrdienst zu bewegen. "Der Zivildienst gehört nicht verlängert, damit mehr junge Männer zum Grundwehrdienst gehen. Der Zivildienst gehört verlängert, weil wir Zivildiener ganz einfach brauchen, weil sie die tragende Säule im Sozial- und Rettungswesen sind und weil sie genau in Einsatzbereichen tätig sind, wo wir schon jetzt Fachkräfte händeringend suchen und brauchen."

Rettungsdienst bleibt größter Bereich

Die meisten Zivildiener leisten ihren Dienst weiterhin im Rettungswesen. Rund 41 Prozent waren dort im ersten Halbjahr im Einsatz. Weitere 25 Prozent arbeiteten in der Sozial- und Behindertenhilfe, 13 Prozent in der Altenbetreuung und rund zehn Prozent in Krankenanstalten.

Wien verzeichnete mit 1.187 Zuweisungen erneut die meisten Zivildiener und erreichte gemeinsam mit Niederösterreich und Oberösterreich eine Bedarfsdeckung von mehr als 90 Prozent. Kärnten bildete mit 66 Prozent das Schlusslicht.

Zum Abschluss der Pressekonferenz nutzte Bauer die Gelegenheit für einen Appell. Angesichts knapper Blutreserven im Sommer rief sie die Bevölkerung dazu auf, regelmäßig Blut zu spenden.

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