Wenn jemand stürzt, wenn im Pflegeheim Hilfe gebraucht wird oder im Kindergarten Unterstützung fehlt, sind sie zur Stelle: Zivildiener. Rund 15.000 junge Männer leisten derzeit jedes Jahr ihren Dienst und halten damit große Teile des Sozial- und Gesundheitssystems am Laufen.
Doch genau dieses System steht unter Druck, wie Familienministerin Claudia Bauer (ÖVP) am Freitag betonte. Die Bevölkerung werde älter, der Bedarf an Pflege und Betreuung steigt massiv. Gleichzeitig kommen wegen niedriger Geburtenraten künftig deutlich weniger Zivildiener nach. Die Folge: Eine gefährliche Lücke droht.
Prognosen zeigen, dass ab 2040 aufgrund der Geburtenrate statistisch betrachtet jeder siebente Zivildiener fehlen könnte, während die Zahl der Menschen über 65 stark steigt. Besonders im Rettungswesen, in Spitälern und in der Altenbetreuung würde das spürbar werden.
Die Politik fordert deshalb Konsequenzen: Der Zivildienst soll auf bis zu 12 Monate verlängert werden. Das würde auf einen Schlag mehr Personal bringen – rechnerisch entspricht das mehreren Tausend zusätzlichen Helfern.
Doch es geht nicht nur um Quantität. Eine längere Dienstzeit soll auch die Qualität verbessern. Geplant ist ein stärkerer Fokus auf Ausbildung, damit Zivildiener nicht nur mithelfen, sondern auch Qualifikationen für ihren weiteren Berufsweg erwerben. Schon jetzt bleibt etwa jeder Dritte nach dem Dienst im Sozial- oder Gesundheitsbereich. Der Zivildienst gilt damit als wichtiger Einstieg in diese Berufe.
Dieses Modell würde auch im Einklang mit dem von der Bundesheerkommission vorgeschlagenen "8+2"-Modell stehen, machte Bauer klar.