Der Austro-Türke Berkan C. (20) wurde bei einem Anschlagsversuch am 3. September von Sicherheitsbehörden in Istanbul tödlich getroffen – "Heute" berichtete. Als ihn türkische Beamte festnehmen wollten, eröffnete er plötzlich das Feuer. Einsatzkräfte schossen und töteten ihn. Auch ein unbeteiligter Passant kam ums Leben.
Wie "Heute" nun herausfand, verloren Behörden, Familie und Betreuer den Zugriff auf den jungen Mann bereits Monate davor in Österreich völlig. Berkan C. war bereits seit 2025 im Visier des Staatsschutzes geraten, da er sich intensiv mit islamistischen Inhalten befasste und eine einschlägige Moschee in Wien-Neubau besuchte. Sein Bart wurde länger, die Hosen kürzer. Die Eltern schlugen schließlich Alarm, Berkan kam in U-Haft.
Dort begann auch die engmaschige Betreuung des zuletzt schwer in die Kritik geratenen Vereins DERAD. Nach Informationen von "Heute" galt Berkan C. dort als besonders schwieriger Fall, da er sich an keinerlei Auflagen gehalten haben soll. Am 9. April wurde in einem Bericht an die Justizanstalt festgehalten, dass Berkan C. in die Türkei ausreisen will, ideologisiert und nicht deradikalisiert sei.
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Polizei-Notruf: 133
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Hinzu kamen psychische Auffälligkeiten, wie ein starker Todeswunsch. Wie der "Kurier" berichtet, verletzte sich der junge Mann während seiner Einzelhaft in der Justizanstalt Josefstadt sogar mehrfach selbst und durfte daher nur spezielle Kleidung aus Papier tragen. Selbst seine Familie drang offenbar kaum noch zu ihm durch.
Im Mai 2026 stand Berkan C. schließlich in Wien wegen Terrorismus-Paragrafen vor Gericht. Dort sagten sogar Bekannte aus seinem radikalen Umfeld gegen ihn aus, da ihnen seine Haltung zu extrem geworden war. Er kam mit 24 Monaten teilbedingter Haft davon und konnte wegen der bereits verbüßten Untersuchungshaft das Gefängnis sofort verlassen.
Er besuchte keine Therapie und reiste bereits im Juli in die Türkei – und wurde auch dort nach kurzer Haft auf Freien Fuß entlassen. Das Gericht wurde am 18. August von DERAD darüber verständigt. Am 3. September wollten Einsatzkräfte den radikalen jungen Mann schließlich in Istanbul festnehmen. Bei einer Hausdurchsuchung gelang ihm zunächst die Flucht. Später wurde er beim Busbahnhof Sultanbeyli entdeckt, wo es zum tödlichen Schusswechsel kam.
Brisant: In einer von den Behörden durchsuchten Wohnung sollen Chemikalien und Sprengstoff gefunden worden sein, die zum Bau einer Bombe geeignet gewesen sein sollen. Auch Seile wurden sichergestellt. Laut "Kurier" wurde auch ein mutmaßlicher Komplize wurde in Tuzla festgenommen. Bei ihm fanden Ermittler laut türkischen Angaben eine nicht registrierte Waffe sowie rund 200 Schuss Munition.