Die Erde war in ihrer Vergangenheit zwar deutlich wärmer als heute, aber offenbar nicht so extrem heiß, wie die Wissenschaft lange Zeit angenommen hat.
Das zeigt eine neue Studie von Forschern der Universität Leeds.
Bisher ging man davon aus, dass die Temperaturen in manchen Epochen des sogenannten Phanerozoikums bis zu 30 Grad über dem vorindustriellen Niveau lagen. Die neuen Erkenntnisse zeigen jedoch: In den wärmsten Abschnitten war es "nur" rund zehn Grad wärmer.
Wie scinexx.de berichtet, haben die Wissenschaftler um Dr. Dongyu Zheng eine neue Methode zur Temperaturrekonstruktion verwendet.
Statt wie bisher Sauerstoff-Isotope in Sedimenten zu analysieren, nutzten sie den sogenannten Chemical Index of Alteration - ein Maß für die chemische Verwitterung von Gesteinen.
"Diese Studie zeigt, wie uralte Gesteine und moderne Klimasimulationen zusammenwirken können, um die Grenzen des langfristigen Klimas der Erde offenzulegen", erklärt Zheng.
Die Forscher betonen, dass natürliche Mechanismen wie die Verwitterung die Temperatur der Erde über Millionen von Jahren auf einem relativ stabilen Niveau gehalten haben. Dadurch konnte sich die vielfältige Tierwelt unseres Planeten entwickeln.
Doch für den heutigen Klimawandel hat die Studie auch eine beunruhigende Botschaft: Wenn die Menschheit alle fossilen Reserven verbrennt, könnte es auf der Erde so heiß werden wie noch nie zuvor in ihrer Geschichte.
"Wie weit können wir den Planeten treiben?", fragt Professor Benjamin Mills. Die Wissenschaftler sprechen sich daher für mehr Investitionen in den Klimaschutz aus, um die Erde bewohnbar zu halten.