Tierische Forschung

Gehirne schrumpfen! Können Tintenfische noch jagen?

Durch die Versauerung der Ozeane werden die Gehirne von Kalmaren nur noch halb so groß. Das beeinträchtigt ihr Jagdverhalten erheblich.
Heute Tierisch
10.07.2026, 08:17
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Die Meere haben rund 25 bis 30 Prozent der menschlichen CO₂-Emissionen seit Beginn der Industrialisierung aufgenommen. Dadurch ist der pH-Wert an der Oberfläche von etwa 8,2 auf 8,1 gesunken - eine Zunahme der Wasserstoffionenkonzentration um rund ein Drittel.

Forscher der taiwanesischen Academia Sinica haben nun auf der Society for Experimental Biology Conference 2026 alarmierende Ergebnisse präsentiert: Kalmare, die in saurerem Wasser aufwachsen, entwickeln deutlich kleinere Gehirne.

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Die Wissenschaftler haben Großflossige Riffkalmare in Aquarien mit unterschiedlichen pH-Werten aufgezogen, wie scinexx.de berichtet. In einem Becken lag der Wert auf aktuellem Niveau, im anderen bei 7,8 - dem prognostizierten Wert für das Jahr 2100.

Gehirnvolumen halbiert sich

"Ich sah sofort, dass die Kalmare aus dem sauren Wasser nur halb so große Gehirne hatten. Das war eine echte Überraschung, so etwas hatte ich nicht erwartet", erklärt Forscher Garett Allen. Obwohl die Körpergröße der Tiere nahezu gleich blieb, war das Hirnvolumen bei den Kalmaren aus saurerem Wasser um 49 Prozent geringer. Besonders betroffen war das visuelle Zentrum mit einem Rückgang von 62 Prozent.

Jagdverhalten stark beeinträchtigt

Die Folgen sind gravierend: Frühere Studien zeigten bereits, dass Kalmare bei höherer CO2-Konzentration 40 bis 65 Prozent seltener jagen und fressen als normal. Die Forscher vermuten, dass die Tiere visuelle Informationen schlechter verarbeiten können.

„Wir vermuten, dass die verminderte Fressbereitschaft mit einer Abnahme der Sehschärfe zusammenhängen könnte. Das liegt jedoch nicht an der Netzhaut ihrer Augen, die unverändert bleibt, sondern vermutlich am geschrumpften Sehlappen“

Die Wissenschaftler wollen nun in weiteren Experimenten untersuchen, in welcher Wachstumsphase die Veränderungen auftreten. Angesichts der immer saurer werdenden Ozeane sei es sehr wahrscheinlich, dass auch andere Meerestiere betroffen sind.

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