Der Österreich-Pavillon sorgt bei der Kunstbiennale in Venedig derzeit für den größten Wirbel. Nur einen Tag nach der Eröffnung bildeten sich kilometerlange Schlangen vor dem Beitrag der Wiener Star-Performerin Florentina Holzinger.
Besucher warten mittlerweile bis zu zweieinhalb Stunden, um die spektakuläre Performance "Seaworld Venice" zu sehen.
Der Andrang ist so groß wie selten zuvor bei einem österreichischen Beitrag zur Biennale. Rund 100 Menschen gleichzeitig werden in den Pavillon gelassen. Drinnen erwartet sie ein radikales Gesamtkunstwerk: Eine Performerin dreht mit einem Jetski Kreise in einem Wasserbecken, nackte Künstlerinnen klettern auf eine Wetterfahne, andere stehen mit Atemgerät in Aquarien.
Schon beim Eingang zum Biennale-Gelände werden Besucher gewarnt: Rund um den Österreich-Pavillon komme es zu sichtbarer Nacktheit, die "auch aus dem weiteren Umkreis wahrgenommen werden könne". Besonders viel Aufmerksamkeit bekommt eine nackte Performerin, die stündlich als menschlicher "Klöppel" eine Glocke schlägt.
Für zusätzliche Diskussionen sorgt auch ein Detail der Installation: In zwei Toiletten wird Besucher-Urin gesammelt, gefiltert und anschließend als gereinigtes Wasser wieder in die Aquarien-Anlage eingespeist.
Kuratiert wurde der österreichische Beitrag von Nora-Swantje Almes. Holzinger selbst gilt seit Jahren als eine der provokantesten Performance-Künstlerinnen Europas. Die Biennale in Venedig zählt wiederum zu den wichtigsten Kunstausstellungen der Welt und findet seit 1895 statt.