Knapp einen Monat nach dem großen Ansturm von Migranten auf die spanische Exklave Ceuta ist es dort wieder zu Angriffen auf spanische Soldaten gekommen. Vier Marokkaner wurden nach der Attacke am Samstag festgenommen, wie ein Polizeisprecher der AFP sagte. Ein Soldat verletzte sich bei der Verfolgung der Angreifer.
Es war schon der zweite Vorfall dieser Art innerhalb weniger Tage. Am Donnerstag hatten laut Behörden rund 70 Migranten ein spanisches Militärfahrzeug mit Steinen beworfen. Auch dabei wurde ein Soldat verletzt, zwölf Marokkaner wurden festgenommen. Elf von ihnen wurden laut Berichten aus der Region inzwischen nach Marokko abgeschoben.
Ebenfalls am Donnerstag kam es in Ceuta zu Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten, die forderten, dass die verbliebenen Migranten ausreisen. An einem Strand, den Migranten als Lager genutzt hatten, wurden persönliche Sachen angezündet.
Am 30. und 31. Juli hatten mehr als 72.000 Menschen, vor allem Marokkaner, zu Fuß oder schwimmend aus Marokko nach Ceuta versucht zu gelangen. Die meisten kehrten kurz darauf zurück oder wurden zurückgebracht. Laut spanischer Zentralregierung sind noch rund 5.000 Migranten in der Exklave, die örtlichen Behörden schätzen die Zahl aber auf etwa 10.000.
Mindestens 91 Menschen kamen bei dem Massenandrang ums Leben, darunter 80 auf spanischer und elf auf marokkanischer Seite. Marokkanische Nichtregierungsorganisationen sprechen sogar von mindestens 141 Toten und dutzenden Vermissten.
Spanien versucht jetzt, die Verfahren für die verbliebenen Migranten zu beschleunigen, und hat dafür die EU um zusätzliche Unterstützung durch die Grenzschutzagentur Frontex, Europol und die EU-Asylagentur gebeten. EU-Migrationskommissar Magnus Brunner erklärte am Samstag: "Die Priorität liegt auf der raschen Rückkehr aller Menschen, die sich illegal in Ceuta aufhalten."