Nach dem Migranten-Ansturm auf die spanische Exklave Ceuta an der Grenze zu Marokko weigern sich noch immer zahlreiche von ihnen in die Heimat zurückzukehren. Laut Einschätzungen der Polizei vor Ort handelt es sich um rund 10.000 Menschen. Demnach würden sich in der Stadt etwa 8.000 von ihnen befinden. 1.500 davon wären bereits in den Einrichtungen der Regierung untergebracht.
Am Strand von Trampolín haben einige Migranten ein Lager aufgebaut. Aus Brettern und Planen haben sie sich Hütten gebaut. Am Donnerstag wurde das Camp von der Polizei geräumt. Wenig später sollen die geflüchteten Migranten jedoch wieder vor Ort gewesen sein, berichtet "El Mundo".
Laut dem Bericht würden sich auch um die 2.500 Migranten in den Wäldern rund um die Stadt aufhalten. Auch die Behörden, vor denen sich die Geflüchteten verstecken, wissen von ihnen. Die spanische Tageszeitung konnte mit einem von ihnen sprechen. Der Mann heißt Ossama und schwamm am 29. Juli nach Ceuta. Er hatte nur sein Handy und eine Bankomatkarte dabei.
Als Grund für seine Flucht nannte der 26-Jährige, der in seiner Heimat in einem Restaurant gearbeitet hat, nannte er schlechte Bezahlung und fehlende Demokratie sowie Bürgerrechte in Marokko. Anfangs wollte Ossama aufs spanische Festland gelangen, dieser Plan ist vorerst auf Eis gelegt.
Er wolle nun "so lange wie möglich durchhalten", bis sich die Lage normalisiert habe. Danach wolle der junge Mann in Spanien Asyl beantragen. Seine Flucht nach Spanien habe der 26-Jährige schon länger geplant. Er habe sich dafür Geld zusammengespart. Eines Tages möchte Ossama selbst ein Restaurant eröffnen.
Er und seine Mitstreiter in den Wäldern würden das temporäre Abschiebezentrum (CETI) meiden. Dieses käme einem ersten Schritt zur Rückkehr nach Marokko gleich. Obwohl das Leben momentan schwierig ist, glaubt Ossama, dass er mit seinem gesparten Geld noch Monate durchhalten könnte.
Doch Spanien sucht bereits nach den Migranten in den Wäldern. Der 26-Jährige sagte gegenüber der Zeitung, dass das Militär vor wenigen Tagen die Berge durchkämmt hätte. Dabei sei er von Soldaten rassistisch beschimpft worden. Zudem hätten die Militärs alles weggeworfen. "Aber wir sind immer noch hier", gab sich der junge Mann kämpferisch.