Aufruf an Hunderttausende

Kommt nächster Migranten-Ansturm auf Ceuta am Samstag?

Ende Juli kam es in der spanischen Exklave Ceuta zu einem gewaltigen Ansturm. Nun gibt es Hinweise, dass schon bald eine weitere Welle folgen könnte.
Newsdesk Heute
13.08.2026, 19:17
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Rund zwei Wochen nach dem letzten Massenansturm warnen sowohl Medien als auch marokkanische Behörden vor einer möglichen neuen Fluchtbewegung. In sozialen Netzwerken kursieren Aufrufe, an denen sich laut Angaben hunderttausende Menschen beteiligen wollen.

Wie "20 Minuten" berichtet, hat Marokko nach der scharfen Kritik Ende Juli nun laut Innenministerium alle nötigen Maßnahmen gesetzt, um einen weiteren illegalen Grenzübertritt zu verhindern.

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Laut den Aufrufen in sozialen Medien planen am Samstag, 15. August, erneut zehntausende Menschen aus Marokko, nach Ceuta zu gelangen und dort Asyl zu beantragen.

In einem der Aufrufe der sogenannten "Haragas" heißt es: "Brüder, am 15. August bei Dämmerung im Morgengrauen gehen wir rüber". So werden meist junge, männliche nordafrikanische Migranten genannt, die zu Fuß oder mit Booten versuchen, das europäische Festland oder Ceuta zu erreichen. Häufig vernichten sie auch ihre Ausweise, um eine Abschiebung zu erschweren.

Über 420.000 Mitglieder in Flucht-Gruppen

Das spanische Investigativportal "Maldita.es" hat längere Zeit zahlreiche Facebook-, Instagram-, Telegram- und Whatsapp-Gruppen beobachtet, in denen für den 15. August zur Flucht nach Ceuta aufgerufen wird. Insgesamt zählen diese Gruppen laut Portal über 420.000 Mitglieder. Wie viele davon am Samstag tatsächlich den Weg wagen, ist kaum abzuschätzen.

Die verschiedenen Social-Media-Plattformen erfüllen dabei unterschiedliche Zwecke: Facebook wird vor allem zur Mobilisierung und zum Austausch von Informationen genutzt, es kursieren dort aber auch immer wieder Falschmeldungen zu Asylmöglichkeiten, Unterstützungsleistungen und Rückführungen.

Festnahmen in Marokko: "Wir sind vorbereitet"

Die konkrete Planung und Koordination läuft laut Berichten vor allem über Whatsapp. Dort wird auch diskutiert, ob die Aktion womöglich früher stattfinden soll. Die Vorbereitungen sind den Behörden in Marokko und Spanien nicht entgangen – am Samstag werden daher besonders strenge Sicherheitsmaßnahmen erwartet.

Das marokkanische Innenministerium hat kürzlich eine Gruppe festgenommen, die andere zur illegalen Einreise nach Ceuta und Melilla, einer weiteren spanischen Exklave, angestiftet haben soll. Die Behörden haben laut Ministerium alle nötigen Schritte gesetzt, um illegale Grenzübertritte zu verhindern. Gleichzeitig fordert Marokko von Spanien, die Rückführung unbegleiteter marokkanischer Minderjähriger aus Ceuta zu ihren Familien zu beschleunigen.

Keine Ferien für Guardia Civil

Auch Spanien hat nach dem Ansturm Ende Juli rasch reagiert: In der Nähe von Ceuta wurde eine neue Barriere im Meer errichtet, die Zahl der Sicherheitskräfte wurde deutlich erhöht und sogar Militärtruppen nach Ceuta geschickt. Madrid will außerdem künftig enger mit Marokko zusammenarbeiten.

Wegen des möglichen Ansturms am 15. August hat die spanische Guardia Civil bereits Maßnahmen getroffen: In den nächsten Tagen gibt es für die Sicherheitskräfte weder Ferien noch freie Tage. Auch die Nationalpolizei hat den Einsatz gewisser Einheiten verlängert.

Beim massiven Ansturm am 31. Juli kamen Schätzungen zufolge rund 72.000 Menschen innerhalb von weniger als zwei Tagen von Marokko nach Ceuta. 88 Menschen kamen beim Fluchtversuch ums Leben. Inzwischen sind über 70.000 wieder nach Marokko zurückgekehrt. Das Ereignis hat die Migrationsdebatte in ganz Europa neu entfacht.

{title && {title} } red, {title && {title} } 13.08.2026, 19:17