Eine Schlauchbootfahrt bei extremen Windverhältnissen endet vor der kroatischen Küste tragisch. Von vier jungen Touristen aus Portugal konnten zwei lebend gerettet werden, ein weiterer wurde am Donnerstag tot gefunden. Nach dem vierten Mitglied der Gruppe läuft die Suche weiter.
Die vier Portugiesen – eine Frau und drei Männer – waren von einem Campingplatz nördlich von Senj aufgebrochen. Gegen 4 Uhr morgens fuhren sie mit einem rund eineinhalb Meter langen Schlauchboot in den Velebit-Kanal.
Das Boot hatte keinen Motor und war lediglich mit Rudern ausgestattet. Gleichzeitig herrschten in dem Gebiet wegen eines starken Bora-Sturms gefährliche Bedingungen. Der Velebit-Kanal ist für heftige Winde bekannt, die regelmäßig auch den Schiffsverkehr beeinträchtigen.
Um 4.41 Uhr meldete ein Bekannter die vier Touristen als vermisst. Daraufhin starteten die kroatischen Einsatzkräfte eine großangelegte Such- und Rettungsaktion.
Ein Flugzeug der Küstenwache entdeckte gegen 11 Uhr eine Person im Wasser. Kurz darauf fanden die Retter in der Nähe der Butinj-Bucht die vermisste Portugiesin. Die Frau hatte nach Angaben der Rettungskräfte fast acht Stunden im Wasser verbracht. Sie war erschöpft, aber unverletzt und wurde anschließend medizinisch versorgt.
Wenig später gab es die nächste erfolgreiche Rettung. Gegen 13.40 Uhr wurde zwischen der Ogrul-Bucht und Kap Glavina einer der Männer auf Felsen entdeckt. Er hatte es aus eigener Kraft aus dem Wasser geschafft. Nach seiner Bergung wurde auch er wegen Erschöpfung behandelt und ins Krankenhaus gebracht.
Zwei Männer blieben zunächst verschwunden. Wegen schlechter Sicht musste die Suche in der Nacht unterbrochen werden.
Am Donnerstagmorgen nahmen die Einsatzkräfte die Suche wieder auf. Die Besatzung eines Polizeihubschraubers entdeckte schließlich eine Leiche im Velebit-Kanal.
Mit einem Rettungsboot wurde der Tote an Land gebracht. Nach Angaben der Behörden handelt es sich um einen der beiden noch vermissten Portugiesen.
Damit fehlt weiterhin jede Spur vom vierten Mitglied der Gruppe. Die Suche nach dem zweiten vermissten Mann wird fortgesetzt.