Vor der libyschen Küste hat sich ein dramatischer Rettungseinsatz abgespielt: Ein Boot, das tagelang hilflos auf dem Meer trieb, ist für zahlreiche Menschen zur tödlichen Falle geworden.
Nach Angaben des Libyschen Roten Halbmonds barg ein Patrouillenboot der Organisation insgesamt 17 Leichen. Gleichzeitig konnten sieben Überlebende aus dem manövrierunfähigen Boot gerettet werden. Wie die Helfer mitteilten, befand sich das Boot bereits acht Tage lang in Seenot.
Zur Herkunft der Betroffenen machte der Rote Halbmond keine näheren Angaben. Allerdings erklärte die Organisation, gemeinsam mit dem Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen humanitäre Unterstützung geleistet zu haben – ein Hinweis darauf, dass es sich bei den Menschen an Bord um Migrantinnen und Migranten gehandelt haben dürfte.
Auf Facebook veröffentlichte Bilder zeigen Einsatzkräfte, die schwarze Leichensäcke von einem Boot tragen. Der Einsatz selbst habe die Helfer an ihre Grenzen gebracht: Es habe sich um einen "über achtstündigen ununterbrochenen Einsatz unter schwierigen Bedingungen" gehandelt und sei "einer der bisher mühsamsten Einsätze im Feld" gewesen.