"Mietabzocke im Altbau"

"Erpressbar" – Wiener zahlte 28.500 Euro Miete zu viel

Wie die Arbeiterkammer mitteilt, erkämpfte sie für einen Wiener 28.500 Euro, die dieser über die Jahre zu viel an Miete bezahlt hatte.
Michael Rauhofer-Redl
31.08.2026, 16:54
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Die Arbeiterkammer warnt in einer aktuellen Aussendung vor "Mietabzocke im Altbau". Für die AK ist klar, dass Mieter "bei den meisten befristeten privaten Altbauverträgen viel zu viel Miete" zahlen müssen. Trotz Mietbremsen der Bundesregierung würden private Altbau-Vermieter weiter kräftig abkassieren. "Befristungen, illegale Überzahlungen, kein gesetzlicher 25-Prozent-Abschlag bei Befristungen und unfaire Lagezuschläge treiben die Mieten weiterhin nach oben", befindet die AK.

Die AK geht davon aus, dass Mieterinnen und Mieter allein Wien "fast 134 Millionen Euro pro Jahr" draufzahlen müssen. Aktuelle AK Berechnungen zeigen: Mieter:innen in Wien zahlen fast 134 Millionen Euro pro Jahr drauf. Für einen betroffenen Mieter bedeute das, dass er pro Jahr durchschnittlich rund 2.200 Euro zu viel Miete im Jahr zahle. Die unrechtmäßigen Aufschläge betragen im Schnitt 36 Prozent.

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In der Aussendung wirbt die AK mit einem kostenlosen Altbau-Mietencheck.

AK klopft an – und prüft die Miete

Vom 31. August bis 05. September sind AK Teams rund um den Wallensteinplatz unterwegs. Sie gehen von Tür zu Tür und reden mit den Menschen über zu hohe Mieten. Wer wissen will, ob die eigene Miete zu teuer ist, kann ohne Termin und ohne Voranmeldung mit den Unterlagen beim AK Mobil direkt am Wallensteinplatz zum Altbau-Mietencheck vorbeikommen. Dort nehmen die AK Wohnrechtsexpert:innen die Mieten unter die Lupe. Die AK informiert die Mieter:innen über das Ergebnis per E-Mail. Seit rund zwei Jahren bietet die AK Wien für ihre Mitglieder den kostenlosten Altbau-Mietencheck online unter w.ak.at/altbaumietencheck an.

AK Altbau-Mietencheck mit dem AK Mobil am Wallensteinplatz – kostenlos und ohne Voranmeldung einfach vorbeikommen:

Wann: 31. August bis 05. September 2026/16.00 bis 20.00 Uhr

Wo: Wallensteinplatz, 1200 Wien

Erpressbar durch Befristungen

"Fälle in der AK Wohnberatung zeigen immer wieder, wie Mieter:innen abkassiert werden durch Befristungsfallen, Mietwucher und Co", tobt die AK.

Als Beispiel nennt die Arbeiterkammer einen konkreten Fall aus der Beratung. Herr R. mietete 2015 eine 80-Quadratmeter-Wohnung. Sein Vertrag wurde immer wieder verlängert – bis 2018, bis 2023 und schließlich bis 2027. Bei jeder Verlängerung musste er Verzichtserklärungen unterschreiben. Darin bestätigte er, keine überhöhten Mieten zurückzufordern. Seine Monatsmiete stieg gleichzeitig von rund 650 auf etwa 800 Euro – ohne Betriebskosten und Umsatzsteuer. Zahlen oder ausziehen?

Herr R. wollte sich damit nicht abfinden. Er wandte sich an den AK Mietencheck. Die AK leitete ein Verfahren ein: Er bekam 28.500 Euro im Jahr 2025 zurück. Der Fall zeige auch, dass Befristung erpressbar mache – "befristete und überteuerte Mieten haben System", so das abschließende AK-Urteil .

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