Erstmals mobile Arztpraxis in Österreich präsentiert

Ein 12,7-Meter-Niederflurbus wurde zu einer voll ausgestatteten, mobilen Arztpraxis umgebaut. 
Ein 12,7-Meter-Niederflurbus wurde zu einer voll ausgestatteten, mobilen Arztpraxis umgebaut. Cisco / Christian Husar
In Deutschland ist er schon im Einsatz und auch in Österreich soll der Gesundheitsbus losrollen. Jetzt wurde er erstmals präsentiert.

In ländlichen Gegenden bereitet die Hausarzt-Versorgung zunehmend Probleme. Während die Zahl der Patienten stetig zunimmt, bleiben immer mehr Kassenarztstellen in Österreich unbesetzt. Laut Bericht des Rechnungshofs stieg die Anzahl der Patienten pro Quartal im Zeitraum zwischen 2009 und 2019 von 17,5 auf 18,5 Millionen an, eine Zunahme um sechs Prozent. Im selben Zeitraum ging die Zahl der Allgemeinmediziner mit Kassenvertrag um ebenfalls sechs Prozent zurück und fiel von 3.944 auf 3.706. Dass Kassenärzte fehlen, macht sich in ländlichen Regionen deutlicher bemerkbarer als in anderen. Besonders stark fällt der Rückgang in Oberösterreich (- 5 Prozent), in der Steiermark (- 10 Prozent) aus. Auch erschreckend: Bereits in fünf Jahren wird jeder Vierte der heute praktizierenden niedergelassenen Ärzte das Pensionsalter erreicht haben. In zehn Jahren wird es mit rund 47 Prozent bereits jeder Zweite sein.

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Seit 2018 in Deutschland unterwegs

Mit dem Gesundheitsbus bietet der Entwickler Cisco eine innovative Möglichkeit, den Zugang zu medizinischer Infrastruktur zu verbessern. In Deutschland ist der "Medibus" bereits seit 2018 von Dorf zu Dorf unterwegs. Für Österreich ist ebenfalls ein Start geplant, jedoch noch nicht fixiert. Nun wurde der Gesundheitsbus erstmals in Österreich im Rahmen des Österreichischen Gesundheitswirtschaftskongresses präsentiert.

Medizinische Grundversorgung sicherstellen – egal wo man wohnt

Der Gesundheitsbus bringt Hausärzte zu den Bürgern – egal wo man in Österreich lebt. Man will Patienten einen einfachen Zugang zu ärztlicher Versorgung ermöglichen sowie die allgemeine Gesundheitsversorgung stärken, indem Versorgungslücken geschlossen werden (insbesondere in ländlichen Regionen, die von Ärztemangel betroffen sind). Damit können Ärzte beispielsweise in der Stadt wohnen, aber dennoch flexibel am Land ihren Dienst verrichten. 

Die rollende Hausarztpraxis auf vier Rädern ist ein extra für die Allgemeinmedizin umgebauter Omnibus und verfügt über Sprechzimmer, Behandlungsraum, Wartebereich und Labor. Dank modernster IT-Infrastruktur können die Grundversorgung auf dem Land sichergestellt, betriebsärztliche Untersuchungen bei Firmen umgesetzt oder telemedizinische Beratungen und Video-Übersetzungsdienste gewährleistet werden. Dies ermöglicht auch den behandelnden Mediziner, bei Bedarf Fachärzte per Videokonferenz hinzuziehen.

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