Es sind Szenen wie aus einem Spielfilm, die sich am Sonntagnachmittag in Wien-Simmering abspielten: Gegen 18.30 Uhr ging ein "Heute"-Leser an der Justizanstalt Kaiserebersdorf vorbei. Der Wiener traute seinen Augen kaum, als er sah, wie ein Häftling einem Zellennachbarn offenbar etwas zukommen ließ.
Wie in einem Leserreporter-Video dokumentiert ist, hing ein Stoffstrang von einem Fenster des Simmeringer Gefängnisses hinab. Offenbar handelte es sich dabei um ein Bettlaken. Es wurde hin und her bewegt, bis es zum vergitterten Fenster einer Zelle darunter gelangte und von dort hineingezogen wurde.
Gegenüber "Heute" zeigt sich der Leser erstaunt über den Transfer. So werden offenbar im Gefängnis Gegenstände ausgetauscht. Was es in diesem Fall war, ist unklar. Es soll aber eine gängige Technik sein, um Illegales von Zelle zu Zelle zu schicken.
"Täglich hört man, wie Insassen miteinander über das Fenster sprechen, Arabisch singen, laute Musik hören und Sachen aus dem Fenster hängend verbotenerweise miteinander teilen", erklärt der Leser.
Der Leser war entsetzt darüber, "was für lockere Zustände in einem Gefängnis herrschen und nichts unternommen wird. Man kann von draußen alles beobachten."
Auf Anfrage von "Heute" bestätigt das Bundesministerium für Justiz den Vorfall. Seitens eines Sprechers der Justizanstalt Wien-Simmering heißt es, dass ein feinmaschiges Schutzgitter für den illegalen Transfer beschädigt wurde.
"Der Vorfall wurde von Bediensteten der Justizanstalt wahrgenommen und die erforderlichen Schritte umgehend ergriffen. Als unmittelbare Maßnahmen wurde eine Fenstersperre verhängt und ein Ordnungsstrafverfahren eingeleitet", so der Sprecher.
Im Zusammenhang mit der Aufrechterhaltung der Sicherheit und Ordnung in den Justizanstalten werden in allen Justizanstalten regelmäßig gründliche und tägliche Haftraumkontrollen, Betriebsdurchsuchungen, sonstige Raumdurchsuchungen sowie Personenkontrollen im Rahmen des Strafvollzugsgesetzes durchgeführt, heißt es abschließend.