Salzburger Festspiele

Es steht fest! Philipp Hochmair wird wieder "Jedermann"

Bei einer Pressekonferenz wurde nun offiziell in Wien verkündet, wer Jedermann und die Buhlschaft spielen wird. Auch die Regie ist neu.

Heute Entertainment
Es steht fest! Philipp Hochmair wird wieder "Jedermann"
Philipp Hochmair wurde als neuer Jedermann präsentiert.
Sven Hoppe / dpa / picturedesk.com

Gerüchte gab es vorweg bereits viele, jetzt ist es offiziell. Die Salzburger Festspiele bekommen nach der abrupten Absage des diesjährigen Casts frischen Wind. Bei einer Pressekonferenz wurde am 17. November in Wien verkündet, dass man Wiener Philipp Hochmair (50) als Jedermann und Schweizerin Deleila Piasko (32) als Buhlschaft sehen wird. Auch die Regie, die sieben Jahre lang von Michael Sturminger (60) ausgeführt wurde, wird mit Robert Carsen (69) neu besetzt.

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Hochmair soll Jedermann mindestens zwei Jahre inszenieren

"Vorstadtweiber"-Darsteller und Bühnengröße Philipp Hochmair hat in seiner Karriere bereits große Punkte auf seinen Lebenslauf gebracht. Im "Heute"-Talk erklärt er über seine Rolle aber trotzdem: "Ein Traum geht in Erfüllung." Für ihn sei Jedermann "etwas wie eine Lebensrolle geworden". "Jedermann"-erpobt ist Hochmair auch. So sprang er ja bereits 2018 für Tobias Moretti auf dem Domplatz ein und gab in seiner eigenen Inszenierung "Jedermann Reloaded" seine ganz subjektive Interpretation des Hofmannsthals-Stück zum Besten. Hochmairs Vertrag läuft, wie auch der seines Vorgängers Michael Maertens, für zwei Jahre.

Diese Herausforderung muss ich annehmen
Deleila Piasko
Buhlschaft

Piasko kann ihr Glück ebenfalls nicht fassen: "Für mich ist die Buhlschaft mehr als eine Rolle." Die Anfrage kam ja aufgrund der Turbulenzen in Salzburg sehr kurzfristig, doch Piasko musste nicht lange überredet werden: "Es war total aufregend. Ich war bei Dreharbeiten und habe den Anruf bekommen und ich konnte es gar nicht wirklich fassen", erzählt Piasko im Talk mit "Heute", "Ich hab tatsächlich gar nicht so lange überlegt und mir gedacht, dass ich das jetzt einfach machen muss. Diese Herausforderung muss ich annehmen." Sie blicke bereits voller Vorfreude auf die Proben und die kreativen Auseinandersetzungen mit Carsen entgegen. Vor allem auch dem Zusammenspiel mit Hochmair: "Ich freue mich. Wir sind beide Spielernaturen. Die Energie stimmt." 

Wann ich mich da wo in welche Fluten hineinschmeiße, wird man dann sehen
Philipp Hochmair
Jedermann

Bei den Salzburger Festspielen ist es ja nicht nur die Inszenierung des "Jedermanns" selbst, die im Fokus steht. Zahlreiche Events und Abendveranstaltungen sind auch immer Teil des Programms. Jede Buhlschaft und Jedermann hat dies bis dato anders gehandhabt, da war von ausufernd bis zurückhaltend, nahezu alles dabei. Wie werden dies die beiden "Neuen" denn ansetzen? "Der Fokus wird natürlich die Arbeit sein. Ich kann das jetzt noch gar nicht so konkret sagen, wie ich den Rest meiner Zeit verbringen werde. Ich finde das ja auch immer interessant auch. Wenn es die Proben erlauben, dann werde ich vielleicht auch auf einen Event gehen", lacht Buhlschaft Piasko. Hochmair ist da offener: "Ich stelle mich da dem Moment zur Verfügung und bin gespannt, was auf mich zukommen wird. Ich habe keine Ahnung was passieren wird. Ob mir das zu viel wird, oder ob mir das zu wenig ist. Ich habe keine Ahnung." Er will dies spontan entscheiden: "Wie das Einspringen damals auch. Da kam der Anruf und dann habe ich mich mit drei Atemzügen dazu entschieden das zu machen. Ich freue mich über dieses schäumende Meer, das vor mir liegt. Aber wann ich mich da wo in welche Fluten hineinschmeiße, wird man dann sehen"

Deleila Piasko
Deleila Piasko
AEDT / Action Press / picturedesk.com

Drama um "Jedermann"-Rauswurf

Markus Hinterhäuser (65), Intendant der Salzburger Festspiele, äußert sich zu den Meldungen der letzten Wochen bezüglich der Absage des kompletten Casts 2023: "Dinge müssen auch zu Ende kommen." Sturminger sorgte für vier Jedermänner in drei unterschiedlichen Inszenierungen und war seit 2017 für die Inszenierungen verantwortlich. "Wir haben nach dem Sommer eine ernsthafte und sehr tiefe Analyse der letzten sieben Jahre vorgenommen", erklärt Hinterhäuser in "Heute"-Talk, "mit der größten Überzeugung sind wir jetzt zum Schluss gekommen, dass es jetzt bewältigt ist. Wir wollen und müssen einen Neustart wagen."

Wir sind kein 'Hire & Fire'-Unternehmen.
Markus Hinterhäuser
über die Änderungen

Über die Kommunikation, der plötzlichen Absage des Casts, heißt es von Hinterhäuser weiter: "Es lief nicht ganz glatt, aber auch nicht so unrund." Trotzdem möchte er in Bezug auf den Wechsel im Ensemble aber klarstellen: "Wir sind kein 'Hire & Fire'-Unternehmen. Auch für uns war es nicht leicht." Der 65-Jährige lässt dazu wissen: "Zu den abgebrochenen Verträgen werden individuelle Lösungen gesucht, niemand wird herauskommen und muss sich ungerecht behandelt fühlen."

So rechtfertigt sich Intendant Hinterhäuser

Warum wurde dann aber dem diesjährigen Michael Maertens im Sommer noch eine Vertragsdauer von zwei Jahren zugesichert? "Wir haben es ihm vor dem Sommer zugesichert, weil wir auch gar nicht wussten, wie diese Inszenierung werden wird. Die mussten wir ja erst einmal sehen. Es kann niemand verlangen, dass wir bereits vor einer Neuinszenierung ein Urteil fällen. Es ging auch überhaupt nicht gegen den wunderbaren Michael Maertens. Wissen Sie sehr ich ihn als Schauspieler schätze?", rechtfertigt sich Hinterhäuser, "Es geht gar nicht darum, dass wir irgendeine Art von strategischer Verletzung von Schauspielern und Regisseuren vorgenommen haben. Es geht um eine Entscheidung und die hat eine gewisse Härte. Aber irgendwann muss man eine Entscheidung treffen."

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