Es ist eine Geschichte, wie sie emotionaler kaum sein könnte. Sidrit Vokshi gehört zu den Acts, die am 20. Februar bei der großen ORF-Vorentscheid-Show "Vienna Calling" um das Ticket zum Eurovision Song Contest kämpfen. Doch eigentlich war er schon raus.
"Es war eine Achterbahn der Gefühle", erzählt der Musiker im Gespräch mit "Heute". Zunächst erhielt er die Absage. "Ich habe mich damit abgefunden. Natürlich habe ich mich gefreut, dass ich überhaupt so weit gekommen bin. Aber im ersten Moment war ich schon auch am Boden zerstört."
Dann, nur wenige Tage später, der unerwartete Anruf: Durch den Rückzug von Kandidatin Tamara Flores rückte Sidrit plötzlich nach. Während des Anrufs war er gerade im 900 Kilometer entfernten Köln. Dort arbeitete er an einem Weihnachtsmarkt und bereitete Spätzle zu. Das hat in dem Moment gar nicht zusammengepasst, lacht er.
"Das macht was mit einem", sagt er ehrlich. Und macht gleichzeitig klar: Er will sich nicht mit der Rolle des Lückenfüllers zufriedengeben. "Ich freue mich, dass ich jetzt mitwirken darf. Und ich werde mitwirken. Ich will nicht nur der 'Nachrücker' sein. Ich werde mein Bestes geben und versuchen, den Zuschauern einen magischen Moment zu bieten."
Sein Song trägt den Titel "Wenn ich rauche" und ist alles andere als leichte Kost. In dem sehr persönlichen Lied verarbeitet Sidrit einen Moment des Herzschmerzes. Es geht um das Weglaufen vor den eigenen Gedanken, um Nächte, in denen man von Bar zu Bar zieht, um sich abzulenken. Doch sobald es still wird, sobald er raucht und alleine ist, kommt sie zurück: die Erinnerung an die Geliebte.
Musikalisch setzt Sidrit dabei auf radikale Intimität: kein großes Bombast-Arrangement, sondern nur er und ein Klavier. Rau, ehrlich, schmerzhaft. Und wohl gerade deshalb so intensiv.
Ob der späte Einstieg zum Vorteil oder Nachteil wird, entscheidet sich am 20. Februar live im ORF. Klar ist schon jetzt: Sidrit Vokshi ist gekommen, um mehr zu sein als nur der Nachrücker.