Diese Förderung für den unbekannten "Club of Ossiach" sorgt für Kopfschütteln. Der in Villach ansässige Verein bekam von der EU exakt 128.751 Euro, die Kleine Zeitung berichtete darüber. Auch nach sieben Monaten Recherche ist noch immer völlig unklar, wofür der im Jänner 2014 gegründete Club das Geld bekommen hat.
Der Verein ist einer breiten Öffentlichkeit unbekannt und bislang durch keinerlei Aktivitäten aufgefallen. Auch zahlreiche Anfragen politischer Parteien an tatsächlich oder möglicherweise zuständige Behörden brachten keine Klarheit.
Den Auftakt machte Elisabeth Dieringer (FPÖ). Die EU-Abgeordnete wollte in einer schriftlichen Anfrage an die EU-Kommission unter anderem wissen, auf welcher Grundlage und nach welchen Qualitätskriterien die Förderung genehmigt wurde und wie die Verwendung der knapp 129.000 Euro überprüft worden ist.
Die Antworten aus dem Ressort von EU-Kommissar Piotr Serafin, zuständig für Haushalt, Betrugsbekämpfung und öffentliche Verwaltung, bleiben vage. "Der Club of Ossiach erhielt als am Projekt Polirural teilnehmende Einrichtung" EU-Mittel, heißt es. Dass der Verein Teil des Projekts war, ist bekannt. Was er konkret beigetragen hat, bleibt unbeantwortet.
Offen bleibt auch, wie der Club überhaupt in ein EU-Förderprogramm aufgenommen wurde. Zwar verweist die EU-Kommission darauf, dass die Auswahl von Projekten auf Bewertungen unabhängiger Sachverständiger anhand der geltenden Kriterien beruhe und die Durchführung genau überwacht werde. Wie das im konkreten Fall aussah, bleibt jedoch unklar.
Auch in Österreich gab es laut Kleine Zeitung keine Antworten. Anfragen der FPÖ an das Finanzministerium, das Ministerium für Land- und Forstwirtschaft sowie das Ministerium für EU-Angelegenheiten verliefen ins Leere. Alle drei Ministerien erklärten sich für nicht zuständig.
Ähnlich die Lage in Kärnten. Das Team Kärnten wollte von Landeshauptmannstellvertreterin und Finanzreferentin Gaby Schaunig (SPÖ) Auskunft. Der "Club of Ossiach" sei ihr abseits medialer Berichterstattung nicht bekannt. Vom Land Kärnten habe es keinerlei Zahlungen gegeben, eine Zusammenarbeit habe nie stattgefunden und sei auch nicht geplant.