Im Ringen um das teuerste Schnitzel des Landes hat Wien jetzt das Nachsehen. Während im Nobelrestaurant "Spelunke" ein Luxusschnitzel um 395 Euro serviert wird, setzt Wut-Wirt Stefan Lercher aus Millstatt am See noch eins drauf. In seiner Pizzeria Peppino bietet er ein Cordon bleu um satte 699 Euro an.
Österreichweit bekannt wurde Lercher Anfang 2023 mit bodenlosen Aussagen über "Veganer, Hippies, Ökos und Araber". Jetzt geht er mit seinem Luxusgericht in die Offensive. Anlass ist die mediale Aufregung rund um das Wiener Goldschnitzel um knappe 400 Euro – "Heute" berichtete.
"Kaviar hat mit einem Schnitzel nichts zu tun. Der Wirt bewirbt ein Produkt, indem er Kaviar dazustellt? Das ist peinlich für unsere Branche", poltert Lercher gegenüber "Krone" und "Kleine Zeitung. Er bezeichnet die Wiener Luxus-Kreation als "schwachsinniges Volltrottelschnitzel".
Er serviere dagegen schon seit Herbst ein Cordon bleu der Extraklasse: Gefüllt mit schwarzem Perigord-Trüffel, Brie de Meaux vom renommierten Käsemacher Bernard Antony und Sauspeck vom eigenen Vater.
Das Herzstück ist allerdings das Fleisch. Laut Lercher stammt das Filet von einem japanischen Kobe-Rind mit der höchsten Marmorierungsstufe A5, BMS 12. "200 Gramm kosten 340 Euro, es ist das teuerste Fleisch der Welt", sagt er. Weltweit gebe es nur rund 40 solcher Rinder pro Jahr.
Aktuell habe er 30 bis 40 Portionen schockgefroren auf Lager. Als Beilage gibt es Kartoffelpüree nach Art von Joël Robuchon, dem inzwischen verstorbenen Koch des Jahrhunderts und Rekordhalter bei Michelin-Sternen.
Die exklusive Zutatenliste hat ihren Preis: 699 Euro. Der steht allerdings auf keiner Karte. "Es ist dekadent, aber ich habe 15 bis 20 Wahnsinnige als Stammgäste", so Lercher. Ende Oktober seien vier Portionen verkauft worden, fünf weitere zuletzt an einem Samstag.
Sind alle Portionen aufgegessen, wird sein Cordon günstiger, da es in dieser Güteklasse einfach keinen Nachschub mehr gibt. Er könne nur noch die mindere Marmorierungsstufe BMS 6 nachbestellen. Das Luxusgericht kostet dann "nur" noch die Hälfte. Ob das noch als Schnäppchen durchgeht, bleibt Geschmackssache.