Die EU bereitet laut einem Medienbericht einen handelspolitischen Gegenschlag auf die jüngsten Zolldrohungen von US-Präsident Donald Trump vor. Auch Deutschland spricht sich dafür aus, Strafzölle und andere Sanktionen gegen die USA zu prüfen.
Das berichtet das "Handelsblatt" am Sonntag und beruft sich dabei auf EU-Kreise. Dafür soll das sogenannte Instrument zur Bekämpfung wirtschaftlicher Zwangsmaßnahmen vorbereitet werden, das in Brüssel als "nukleare Option" in Handelsstreitigkeiten gilt. Gegenzölle über 93 Milliarden Euro wären demnach möglich.
Frankreich drängt laut dem Bericht darauf, die Gegenmaßnahmen rasch zu beschließen. Schon am Montag könnte es laut "Handelsblatt" einen Sondergipfel der EU-Staaten geben. Die Details werden noch zwischen den Regierungen abgestimmt. Möglich ist ein Treffen in Brüssel oder eine Videokonferenz.
Mit dem Einsatz des Instruments zur Bekämpfung wirtschaftlicher Zwangsmaßnahmen würden die Mitgliedsstaaten der EU-Kommission weitreichende Handlungsoptionen geben und eine Drohkulisse gegenüber Washington aufbauen. Aus deutschen Regierungskreisen heißt es laut "Handelsblatt", dass Trump eine rote Linie überschritten habe, daher werde "nichts" ausgeschlossen.
Auch das Handelsabkommen, das die Trump-Regierung den Europäern im Sommer abgerungen hat, soll laut dem Bericht gestoppt werden. Eigentlich hätte das Europaparlament das Abkommen am Mittwoch ratifizieren sollen. Dass sich in der jetzigen Situation eine Mehrheit dafür findet, gilt aber als fast ausgeschlossen. Das betonen bereits mehrere Politiker.
Trump hatte am Samstag erklärt, bis zu einem Verkauf der zu Dänemark gehörenden Insel Grönland an die USA sollen Deutschland, Dänemark, Norwegen, Schweden, Frankreich, Großbritannien, die Niederlande und Finnland ab 1. Februar zehn und ab 1. Juni dann 25 Prozent zusätzliche Zölle zahlen.