Aus für Cent-Münzen wegen Klimaschutz?

Die EU plant eine Abschaffung der 1- und 2-Cent-Münzen. Preise sollen dann einheitlich nur mehr auf Fünferstellen gerundet werden. Was das für bezahlende Kunden bedeutet.
Am Mittwoch präsentierte die EU-Kommission ihr Arbeitsprogramm. Ein Punkt darin: Die Abschaffung der 1- und 2-Cent-Münzen. Die EU-Kommission möchte demnach einheitliche Rundungsregeln in Europa einführen, "Heute.at" berichtete.

In einigen EU-Ländern bereits abgeschafft



Die Mitgliedsländer der Eurozone könnten diesen Schritt schon für 2021 beschließen. Es würde jedoch eine Weile dauern, bis sie komplett aus dem Verkehr gezogen werden, wie Nationalbank-Sprecher Christian Gutlederer gegenüber der APA erklärte.

CommentCreated with Sketch.20 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Preise sollen dann einheitlich nur mehr auf Fünferstellen gerundet werden. Begründet wird der Schritt mit Verweis auf einen Bericht von 2018. Dort wurde angeführt, dass immer mehr Euro-Staaten Preise beim Einkaufen runden.

Außerdem gebe es in keinem einzigen Euro-Mitgliedsland eine Mehrheit für die Beibehaltung der Münzen mit Winzig-Beträgen. Die Aktion soll zudem Kosten für die Produktion, den Transport und das Zählen sparen.



Was bedeutet das konkret? Bei einer Rechnung von 3,53 Euro würde man in Zukunft 3,55 Euro bezahlen. Bei einem Betrag von 3,52 Euro reichen hingegen 3,50 Euro.

Kritiker sind der Meinung, dass sich so Preise mehr erhöhen. In Belgien wurden etwa die kleinen Cent-Stücke Anfang Dezember abgeschafft, das Wechselgeld wird auf fünf Cent auf- oder abgerundet. Die Einzelhändler sind zufrieden. Auch in den Niederlanden und Finnland gibt es kein kleines Kupfergeld.

Gut für den Klimaschutz



Die Österreichische Nationalbank ist dieser Idee nicht abgeneigt. Der Schritt wäre auch positiv für den Klimaschutz. "Die Münzen müssen verpackt und zu den Händlern und Banken transportiert werden. Das kostet Geld und ist schlecht für das Klima", erklärt OeNB-Direktor Stefan Augustin gegenüber "kurier.at".

Rund 35.542 Millionen Stück der 1-Cent-Münzen sowie 27.288 Millionen 2-Cent-Stücke waren per 31. Dezember 2018 laut Europäischer Zentralbank (EZB) insgesamt im Umlauf.

Schon mehrmals wurde über die Sinnhaftigkeit der kleinen Münzen debattiert. Für viele Kunden sind sie nur lästig in der Geldbörse. In Österreich wurden zudem mit 1- und 2-Cent-Münzen kaum Gewinne erzielt.

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