Klimaschutz

EU will russische Gasimporte stark reduzieren

Wegen der schweren Spannungen mit Russland will die EU so schnell wie möglich unabhängig von russischem Gas werden.

Lydia Matzka-Saboi
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Im russischen Staatsfernsehen drohte der Kreml mit einem Gas-Lieferstopp durch Nord Stream 1. Die EU will sich nun so schnell wie möglich von der russischen Erpressbarkeit und Abhängigkeit befreien.
Im russischen Staatsfernsehen drohte der Kreml mit einem Gas-Lieferstopp durch Nord Stream 1. Die EU will sich nun so schnell wie möglich von der russischen Erpressbarkeit und Abhängigkeit befreien.
Getty Images

Mehr als 40 Prozent des in die EU importierten Gases stammt aus Russland. Angesichts des russischen Krieges will die EU unabhängiger bei der Versorgung werden. Dienstag legte die EU-Kommission einen Plan mit Maßnahmen vor, um russische Gasimporte innerhalb von einem Jahr um zwei Drittel zu reduzieren.

Es geht demnach darum, den Ausbau erneuerbarer Energien zu beschleunigen, neue Quellen für Gaslieferungen zu erschließen und den Energieverbrauch zu senken. "Es ist Zeit, dass wir unsere Schwachstellen angehen und bei der Wahl unserer Energie schnell unabhängiger werden", sagte EU-Kommissionsvizepräsident Frans Timmermans am Dienstag gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Der Krieg in der Ukraine zeige, wie dringend es sei, auf erneuerbare Energien umzusteigen.

Abhängigkeit von russischem Gas

Mehr als 40 Prozent des in die EU importierten Gases kommt aus Russland. Die EU könne nach Schätzungen der Kommission noch deutlich vor 2030 ganz auf russisches Gas verzichten. Es wird allerdings befürchtet, dass Russland Gaslieferungen kurzfristig von sich aus stoppen könnte.

Am Montag drohte Moskau erstmals offen, kein Gas mehr durch die Ostsee-Pipeline "Nord Stream 1" zu liefern. Die EU-Kommission betonte erneut, dass die EU für den Rest dieses Winters auch im Fall eines russischen Gaslieferstopps auf der sicheren Seite stehe. Alle Regionen hätten Zugang zu mehr als einer Gasquelle und seien daher widerstandsfähiger. Im kommenden Winter sähe die Situation aber anders aus.