Die EU-Kommission hat einen ambitionierten Elektrifizierungsplan vorgelegt, der Europa zum "ersten elektrifizierten Kontinent" machen soll. Der Verkehrssektor verursacht derzeit rund 25 Prozent aller Treibhausgasemissionen in der EU, wobei bis zu 95 Prozent der Energie aus fossilen Quellen stammen.
Im Zentrum des Plans steht die sogenannte V2G-Technologie (Vehicle-to-Grid). Dabei können E-Autos nicht nur Strom laden, sondern diesen auch wieder ins Netz einspeisen. Die Kommission will die Rechtsgrundlage in der EU-Typgenehmigung schaffen und bis Ende 2027 einen konkreten Vorschlag vorlegen.
Wie "heise.de" berichtet, könnten die fossilen Brennstoffimporte um 260 Milliarden Euro pro Jahr sinken, wenn die EU bis 2040 einen Stromanteil von 46 Prozent am Endenergieverbrauch erreicht. Batterieelektrische Fahrzeuge sollen die Betriebskosten gegenüber Verbrennern um bis zu 78 Prozent senken.
Kritiker mahnen allerdings, dass jedes E-Auto einen bidirektionalen Onboard-Lader benötigt. Während ein herkömmliches Ladegerät etwa 500 Euro kostet, schlägt eine bidirektionale Wallbox mit mindestens 4.000 Euro zu Buche. BMW bietet bereits eine günstigere Variante um 2.095 Euro an.
Der Plan sieht auch vor, dass alle EU-Staaten bis 2031 eine Smart-Meter-Abdeckung von 50 Prozent erreichen müssen. In Deutschland waren Mitte 2026 laut Bundesnetzagentur nur rund 5,5 Prozent der Haushalte damit ausgestattet.
Bis 2040 sollen genug Netzanschlüsse für öffentliche und Depotladung bereitstehen, um 40 Prozent der EU-Lkw-Flotte zu elektrifizieren. Außerdem soll Strom künftig steuerlich nicht höher als Gas belastet werden, um den Preisabstand zu fossiler Energie zu verringern.