Hohe Gehälter, aber auch extreme Lebenshaltungskosten: Eine 52-jährige Verkäuferin bei der Schweizer Supermarktkette Coop verdient monatlich rund 4.500 Franken, umgerechnet etwa 4.780 Euro. Mit dem 13. Monatslohn kommt sie auf über 62.000 Euro im Jahr.
Doch von diesem Geld bleibt kaum etwas übrig. Die Miete verschlingt 1.400 Franken (1.488 Euro), die Krankenkasse kostet 550 Franken (585 Euro) und für Lebensmittel gehen weitere 400 bis 500 Franken drauf.
Wie es beim "Tagesanzeiger" heißt, kann die Frau aus ihrem 13. Monatslohn lediglich 1.000 bis 2.000 Franken jährlich für ihre Altersvorsorge zurücklegen. Weitere Ersparnisse sind nicht möglich.
Auf die Frage, ob sie ihr Gehalt als fair empfindet, antwortet die Verkäuferin mit einem klaren Nein. Sie verweist auf die hohe körperliche Belastung und die ständig wachsenden Ansprüche der Kunden.
Zudem kritisiert sie, dass die Umsätze des Unternehmens zwar stetig steigen, die Gehälter aber nur minimal erhöht werden.
Ihr Gehalt liegt sogar unter dem Durchschnitt der Branche: Der Medianlohn im Schweizer Einzelhandel beträgt rund 5.210 Franken monatlich. Der allgemeine Medianlohn in der Schweiz liegt bei etwa 7.020 Franken.
Zum Vergleich: In Deutschland verdienen Verkäufer im Einzelhandel im Schnitt nur etwa 2.976 Euro brutto im Monat, in Österreich 2.171 Euro brutto pro Monat bei 14 Gehältern – also deutlich weniger als in der Schweiz.