Polit-Bosse sauer

EU-Kommissare haben ein peinliches E-Auto-Problem

Die EU-Kommission will Europas Verkehr flott elektrifizieren. Doch ausgerechnet bei den eigenen Dienstwagen sorgt das laut Bericht für richtig Ärger.
Team Wirtschaft
28.05.2026, 13:02
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Brüssel macht beim Umstieg auf Elektroautos Druck – doch intern läuft die Elektrifizierung offenbar alles andere als reibungslos. Wie das auf Polit-Berichte spezialisierte Portal "Politico" berichtet, sind mehrere EU-Kommissare genervt, weil ihre elektrischen Dienstwagen die rund 440 Kilometer lange Strecke von Brüssel nach Straßburg nicht in einem Stück schaffen.

Demnach müssten die Fahrzeuge auf dem Weg zum EU-Parlament regelmäßig an einer Raststation in Luxemburg geladen werden. Der Stopp dauere rund 20 bis 30 Minuten. Aus der ohnehin langen Fahrt von etwa fünf Stunden werde damit ein noch längerer Trip.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Ladestopp auf dem Weg nach Straßburg

Die Beschwerden trifft laut Bericht einen empfindlichen Punkt der EU-Umweltpolitik. Brüssel will die Mobilität rascher klimafreundlich machen, doch Autoindustrie und politische Gegner warnen seit Langem, Ladeinfrastruktur und Kaufverhalten würden mit den politischen Zielen nicht Schritt halten.

Flotte soll bis 2027 emissionsfrei sein

Die E-Autos sind jedenfalls Teil einer grünen Offensive der Kommission. Bereits 2022 wurde beschlossen, die eigene Dienstwagenflotte schrittweise auf Batterieantrieb umzustellen. Bis 2027 sollen alle 128 Fahrzeuge emissionsfrei unterwegs sein.

Eine Sprecherin der Kommission erklärte laut "Politico", rund 80 Prozent der Flotte seien bereits elektrisch. In der Praxis zeige sich auf der Straßburg-Strecke aber ein Problem: Die Reichweite reiche offenbar nicht immer aus.

Eine Möglichkeit wäre dem Bericht zufolge, besonders langsam über die Autobahn zu fahren, um Batterie zu sparen. Das funktioniere aber kaum. In manchen Fällen könne sich die Fahrt dadurch auf bis zu sieben Stunden verlängern.

Bahn offenbar keine beliebte Alternative

Der Zug ist für Kommissare offenbar ebenfalls keine Lösung. Sie müssten unterwegs teils vertrauliche Telefonate führen, heißt es. Besonders nach langen Sitzungswochen in Straßburg sei ein später Ladestopp auf der Rückfahrt nach Brüssel ein Ärgernis.

Ein Kommissar soll bereits eine eigene Lösung gefunden haben. Ungarns EU-Kommissar Olivér Várhelyi sei laut "Politico" zeitweise mit einem Van samt Team nach Straßburg gefahren – statt mit dem offiziellen Dienstwagen.

Von der Leyen nicht betroffen

Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ist von dem Problem offenbar ausgenommen. Ihr Dienstwagen müsse aus Sicherheitsgründen gepanzert sein. Ein geeignetes gepanzertes Elektroauto stehe dafür derzeit jedoch nicht zur Verfügung.

Der Bericht kommt für die Kommission zu einem heiklen Zeitpunkt. Im Juli will sie ihren lange erwarteten Elektrifizierungsplan präsentieren. Von der Leyen hatte angekündigt, Europa müsse Wirtschaft, Industrie, Heizsysteme und Mobilität schneller elektrifizieren.

{title && {title} } tmw, {title && {title} } 28.05.2026, 13:02
Jetzt E-Paper lesen