Verbrenner feiern Comeback

Regierung führt neue Geld-Regel für E-Auto-Fahrer ein

Wer bisher ein Dienstauto mit Elektroantrieb hatte, zahlte keinen Sachbezug. Doch ab 2027 müssen Angestellte auch für ihre E-Autos extra zahlen.
Maxim Zdziarski
20.05.2026, 15:54
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Die neue Sachbezugs-Regelung für Elektro-Dienstwagen sorgt in Österreich für massive Verunsicherung. Laut einer aktuellen Branchenumfrage bremsen bereits 71 Prozent der Unternehmen ihre E-Auto-Beschaffung ein oder stellen sie komplett infrage.

Ab 2027 fällt für rein elektrische Dienstautos erstmals ein Sachbezug an – genau das dürfte die Elektrifizierung heimischer Firmenflotten massiv ausbremsen.

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Unternehmen treten auf die Bremse

Die Zahlen stammen aus einer aktuellen Befragung des Fuhrparkverband Austria unter 143 Flottenverantwortlichen. Das Ergebnis fällt deutlich aus: Nur noch 29 Prozent wollen an ihren bisherigen E-Auto-Plänen festhalten.

Besonders brisant: Firmenflotten gelten als wichtigster Treiber der Verkehrswende in Österreich. Mehr als 70 Prozent aller neuen Elektroautos werden derzeit von Unternehmen zugelassen. Wenn diese Zahlen einbrechen, könnten die Klimaziele ins Wanken geraten.

Die Folgen zeigen sich offenbar schon jetzt. Laut Umfrage überlegen 30 Prozent der Unternehmen, wieder verstärkt Verbrenner oder Hybridautos in ihre Flotten aufzunehmen. Gleichzeitig sehen viele Betriebe ihre Investitionen gefährdet – etwa in Ladeinfrastruktur oder Photovoltaik-Anlagen.

Vertrauen in Politik schwindet

74 Prozent der Befragten bewerten die Planungssicherheit für Investitionen in E-Mobilität als kritisch. Zwei Drittel geben sogar an, das Vertrauen in steuerpolitische Zusagen verloren zu haben. Auch höhere Gehaltsforderungen der Mitarbeiter werden erwartet, weil Dienstwagen künftig automatisch teurer werden könnten.

Milliarden-Strafen drohen

Der Fuhrparkverband warnt zudem vor Folgen für die Klimaziele. Der Verkehr verursacht rund 45 Prozent jener CO₂-Emissionen, die für die EU-Ziele entscheidend sind. Sollte Österreich diese Ziele verfehlen, könnten laut Rechnungshof Strafzahlungen von bis zu neun Milliarden Euro drohen.

Dem gegenüber stehen laut Verband Einnahmen aus dem neuen Sachbezug von 75 Millionen Euro im Jahr 2027 und 160 Millionen Euro ab 2028. So gesehen würde sich die Maßnahme also schlichtweg nicht rechnen.

Branche fordert Rücknahme

Die Forderungen an die Politik fallen klar aus: 64 Prozent der Unternehmen verlangen die Rücknahme oder Aussetzung des Sachbezugs. 62 Prozent wünschen sich zumindest einen Bestandsschutz für bereits zugelassene Fahrzeuge.

"Die Investitionsbremse ist getreten", warnt Henning Heise, Obmann des Fuhrparkverband Austria. Man brauche jetzt dringend stabile Rahmenbedingungen und einen politischen Dialog.

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