Die ÖBB haben dieses Jahr den inneralpinen Verkehr völlig umgestellt. Die Alpen werden seither von einem Netz an Interregio-Linien (IR) durchzogen, eine Mischung aus Nah- und Fernverkehr. 2028 wird dann auch das Wagenmaterial noch komfortabler.
Ab dann ist nämlich der neue RailjetM auf Schiene. Insgesamt wurden 31 der 106 Meter langen und 257 Sitzplätze fassenden Garnituren bei Siemens Mobility bestellt, um Steigungen, kurvenreiche Strecken und extreme Wetterbedingungen besonders gut zu bewältigen.
Damit dieser im alpinen Gelände bestehen kann, musste er aber zuvor den Extrem-Test im weltweit größten Klima-Wind-Kanal bestehen. Dieser befindet sich in Wien und kann Temperaturen von -25°C bis +45°C abbilden. Auch intensive Sonneneinstrahlung sowie starker Wind, Schneefall, hohe Luftfeuchtigkeit und Eisregen gehörten zum Testprogramm.
Anschließend analysieren Experten die Komponenten wie Scheiben, Türen oder technische Systeme auf ihre Stabilität. Zusätzlich wurden Toiletten und Wassersysteme, Wärmedämmung, Luftqualität sowie die Energieeffizienz des Fahrzeugs unter Extrembedingungen überprüft.
"Die Tests im Klima-Wind-Kanal stellen sicher, dass unsere Züge auch den extremen Wetterbedingungen im alpinen Raum standhalten und den Fahrgästen zeitgemäßen Fernverkehrs-Komfort bieten", sagt ÖBB-Personenverkehr-Vorstand Klaus Garstenauer.
Der neue Railjet Mireo verspricht ein völlig neues Raumkonzept in breiteren Wagen, ein angenehmes Innenraumklima, bequeme Sitze und Halterungen für Ski, Snowboards sowie Fahrradstellplätze. Der RailjetM wird ab 2028 auf den Interregio-Strecken eingesetzt und den inneralpinen Fernverkehr nachhaltig prägen.
Mobilitätsminister Peter Hanke: "Die Schiene ist ein elementarer Hebel auf unserem Weg zur Mobilitätswende. Darum investieren die ÖBB bis 2030 über 6,1 Milliarden Euro in die Anschaffung von mehr als 300 neuen Zügen. So ermöglicht der RailjetM künftig mehr Kapazität und Komfort auf den inneralpinen Verbindungen."
Siemens Mobility Austria CEO Tanja Kienegger: "Mit den Mireo-Zügen bringen wir die neueste Zuggeneration nach Österreich. Als flexible Alleskönner sind sie einsatzbereit im urbanen wie im alpinen Raum – und das grenzüberschreitend. Gleichzeitig sind sie rollende Computer: Mit ihrer Diagnosefähigkeit werden sie hochverfügbar und besonders wirtschaftlich unterwegs sein."