Russland hat im Krieg gegen die Ukraine laut eigenen Angaben Hyperschallraketen eingesetzt. Diese Geschosse sind wegen ihrer extrem hohen Geschwindigkeit besonders schwer abzufangen.
Schon seit Jahren streiten Militärs und Rüstungsexperten darüber, wie sehr Hyperschallraketen das Kräfteverhältnis zwischen den USA und Europa auf der einen Seite und China sowie Russland auf der anderen verschieben könnten. In Europa sorgt gerade die Unsicherheit über die Verlässlichkeit der USA unter Präsident Donald Trump für Diskussionen. Wie die SN berichtet, wollen die Gründer des deutsch-britischen Unternehmens Hypersonica deshalb Europa bis 2029 "die erste souveräne Hyperschall-Fähigkeit" ermöglichen.
Die Technik ist nicht ganz neu – die Wurzeln der Hyperschalltechnologie reichen bis in die 1930er-Jahre zurück. Neu an den modernen Hyperschallraketen ist aber, dass sie steuerbar sein sollen.
"Der Motor ist nicht so sehr das Problem, die technische Herausforderung besteht darin, mit Hyperschallgeschwindigkeit zu fliegen und gleichzeitig mit hoher Präzision zu manövrieren", erklärte Geschäftsführer und Mitgründer Philipp Kerth der DPA. "Bei der hohen Geschwindigkeit entsteht sehr große Hitze."
Ziel des Testflugs war es, möglichst viele Daten zu sammeln. "Wir sind die erste Firma in Europa, die einen privat finanzierten Hyperschall-Testflug durchgeführt hat."
Der Physiker hat Hypersonica gemeinsam mit dem Luftfahrt-Ingenieur Marc Ewenz gegründet – beide haben in Oxford über Hyperschall promoviert. Der Sitz des Unternehmens befindet sich in München.
Kerth sieht als Vorbild das Raumfahrtunternehmen Space X von US-Milliardär Elon Musk. Hyperschall sei in Europa über dreißig Jahre lang vernachlässigt worden, betont Kerth. "Europa hat keine 20 Jahre Zeit, und wir haben keine 20 Milliarden."
Space X habe vorgemacht, dass sich die Entwicklungszeit von Raketen massiv verkürzen lässt. "Die haben Entwicklungszeit und -aufwand um 80 bis 90 Prozent reduziert", so Kerth weiter. "Das übertragen wir jetzt auf den Hyperschallbereich. Für uns ist es ein riesiger Erfolg, in so kurzer Zeit zur Erprobung des ersten Prototyps gekommen zu sein."
Laut Hypersonica dauerte es nur neun Monate vom Entwurf bis zum ersten Testflug.