In Frankreich herrscht wegen der extremen Hitze Ausnahmezustand. Mit 37,8 Grad wurde im westfranzösischen Angoulême-La Couronne ein neuer Mai-Rekord aufgestellt. Mehr als die Hälfte des Landes verzeichnete in den vergangenen Tagen neue Temperaturrekorde für den Monat.
Die französische Regierung hielt eine Krisensitzung ab. Für elf Départements, darunter Paris, gilt die zweithöchste Warnstufe Orange. Erst ab Sonntag wird ein allmählicher Temperaturrückgang erwartet.
Wie der Spiegel berichtet, gab es bereits erste Todesopfer im Zusammenhang mit der Hitzewelle. Zwei Menschen starben bei Sportveranstaltungen in Paris und im Großraum Lyon. Auch Tennisprofi Jannik Sinner kollabierte.
Die Temperaturen liegen derzeit zehn bis 15 Grad über den für die Jahreszeit üblichen Werten. Verantwortlich ist eine riesige Hitzeglocke, die durch heiße, trockene Luft aus der Sahara gespeist wird.
Für UNO-Klimachef Simon Stiell ist das ein Warnsignal. Die extremen Temperaturen seien "eine brutale Erinnerung an die sich verschärfenden Folgen der Klimakrise", erklärte er. Die UNO erwartet zwischen 2026 und 2030 weitere Rekordjahre.
Besonders drastisch: In einer Grundschule im südwestfranzösischen Soustons wurden unter einem Glasdach bis zu 53 Grad gemessen. Ein Kind wurde ohnmächtig, mehrere übergaben sich.
Experten warnen, dass solche Extremereignisse im Zuge des Klimawandels künftig häufiger auftreten, früher im Jahr beginnen und intensiver werden.