Mit einer Eröffnungspressekonferenz im Hôtel de Ville ist am Mittwoch der Esports World Cup 2026 offiziell gestartet. Erstmals findet das weltweit größte E-Sport-Event außerhalb seiner bisherigen Heimat statt. Bis zum 23. August wird Paris zum Treffpunkt der internationalen Gaming-Szene. Mehr als 2.000 Profi-Spieler sowie 200 E-Sport-Organisationen aus über 100 Ländern kämpfen in insgesamt 25 Turnieren rund um 24 bekannte Spieletitel um Preisgelder in Höhe von insgesamt 75 Millionen US-Dollar.
Schon vor dem eigentlichen Start des Wettbewerbs wird deutlich, welche Dimension das Event inzwischen erreicht hat. Nach Angaben der Veranstalter hatten zuvor mehr als 1,5 Millionen Spieler an insgesamt 330 Qualifikationsturnieren der "Road to EWC" teilgenommen. Erst dort wurde entschieden, welche Teams und Spieler einen Platz auf der größten Bühne des Wettbewerbs erhalten.
Mit dem Wechsel nach Paris beginnt für den Esports World Cup nach Angaben der Organisatoren ein neues Kapitel. Die französische Hauptstadt soll nicht nur Austragungsort sein, sondern auch die internationale Bedeutung des Wettbewerbs unterstreichen. Die Veranstalter sehen Gaming längst als weltweites Phänomen. Nach ihren Angaben spielen heute rund 3,4 Milliarden Menschen weltweit Videospiele. Der Wettbewerb soll deshalb jedes Jahr die besten Spieler, Clubs und Spiele auf einer gemeinsamen Bühne zusammenbringen.
Auch die Stadt Paris setzt mit der Austragung ein Zeichen. Die Eröffnung fand im historischen Rathaus der französischen Hauptstadt statt. Damit sollte der Empfang der internationalen Gaming-Community ebenso sichtbar werden wie die wachsende Bedeutung des E-Sports für Sport, Kultur und junge Menschen.
Im Mittelpunkt des Esports World Cup steht erneut die Club Championship. Anders als bei klassischen Einzelturnieren zählt dabei nicht nur der Erfolg in einem Spiel. Entscheidend ist, wie konstant ein Club über mehrere Wettbewerbe hinweg abschneidet. Jede Partie und jedes Ergebnis fließen in die Gesamtwertung ein. Von den insgesamt 75 Millionen US-Dollar Preisgeld entfallen allein 30 Millionen US-Dollar auf diese Clubwertung. Die erfolgreichste Organisation erhält sieben Millionen US-Dollar. Titelverteidiger ist Team Falcons, das die Club Championship bereits 2024 und 2025 gewinnen konnte und nun den dritten Erfolg in Serie anstrebt.
Ralf Reichert, Chief Executive Officer der Esports Foundation, sieht genau darin die Besonderheit des Turniers. Er sagte: "Im kompetitiven Gaming gab es schon immer großartige Spieler, großartige Spiele und unvergessliche Champions. Der Esports World Cup vereint sie jährlich auf der alles entscheidenden Bühne. Sieben Wochen lang werden in Paris für jeden Titel Sieger gekürt, doch jedes einzelne Ergebnis trägt auch zu einem größeren Wettbewerb bei: der Club Championship. Das ist es, was den EWC einzigartig macht. Er belohnt nicht nur individuelle Leistungen, sondern auch die Vielseitigkeit, Beständigkeit und den Ehrgeiz eines gesamten Clubs."
Auch Prinz Faisal bin Bandar bin Sultan Al Saud, Vorstandsmitglied der Esports Foundation, bezeichnete den Wettbewerb als internationales Projekt. Er sagte: "Der EWC entstand in Saudi-Arabien aus der festen Überzeugung heraus, dass E-Sport eine prägende Plattform für die nächste Generation von Sport und Unterhaltung ist. Er verdient eine globale Bühne, die der Leidenschaft seiner Spieler, Teams, Publisher und Fans gerecht wird. Heute ist der EWC weit mehr als nur ein Turnier – er ist eine globale Plattform, die Menschen durch Gaming zusammenbringt."
Die französische Regierung nutzte die Eröffnung für einen Blick in die Zukunft. Marina Ferrari, französische Ministerin für Sport, Jugend und Gemeinwesen, erklärte, Frankreich wolle seine Rolle im internationalen E-Sport weiter ausbauen. Für den Herbst kündigte sie eine nationale Entwicklungsstrategie für die Jahre 2026 bis 2030 an. Sie sagte: "Die erste internationale Ausgabe des Esports World Cup in Paris auszurichten, erfüllt Frankreich mit großem Stolz. Ich begrüße das Engagement der Esports Foundation und die tolle Zusammenarbeit mit den französischen Behörden während der gesamten Vorbereitungsphase des Events."
Auch 2026 begleiten zwei bekannte Namen den Wettbewerb. Fußballstar Cristiano Ronaldo und Schachweltmeister Magnus Carlsen kehren als globale Botschafter des Esports World Cup zurück. Bei der weltweiten Übertragung rechnen die Veranstalter mit neuen Bestmarken. Mehr als 100 internationale TV-, Streaming- und Online-Partner sollen den Wettbewerb in über 160 Ländern zeigen. Insgesamt sind mehr als 7.000 Stunden Live-Programm geplant. Die Übertragungen werden in mehr als 40 Sprachen verfügbar sein. Zusätzlich sollen bis zu 5.000 offizielle Co-Streamer das Turnier begleiten.
Das entspricht einem Plus von 42 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dadurch wollen die Veranstalter möglichst viele Communities und Zielgruppen auf unterschiedlichen Plattformen erreichen. Während der sieben Turnierwochen werden Wettbewerbe in 24 Spielen ausgetragen. Dazu gehören unter anderem "Counter-Strike 2", "League of Legends", "Dota 2", "Valorant", "Fortnite", "EA Sports FC 26", "Rocket League", "Street Fighter 6", "Tekken 8", "Overwatch 2", "PUBG Mobile", "Apex Legends" sowie Schach. Insgesamt werden in 25 Turnieren die Sieger ermittelt.