"Bitte heute zahlen"

Ex-Minister als Absender – Betrüger wollen 9.000 Euro

Betrüger verschicken im Burgenland E-Mails als Ex-Minister Norbert Darabos und drängen auf hohe Überweisungen.
Christoph Weichsler
26.02.2026, 14:56
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Ein Mail vom Vereinspräsidenten. Klare Ansage: "Bitte heute zahlen." Dazu eine konkrete Summe und ein Liefertermin. Wer so etwas bekommt, zweifelt kaum - erst recht nicht, wenn als Absender Norbert Darabos aufscheint.

Genau das ist derzeit im Burgenland passiert. Unbekannte verschicken E-Mails im Namen des früheren Verteidigungsministers (SPÖ) und heutigen Obmanns des SC Kroatisch Minihof. Ziel der Täter: mehrere Tausend Euro kassieren.

Alles wirkt echt

Die gefälschten Mails wurden gezielt an Vereinsfunktionäre, den Kassier, Vereinsmitglieder sowie an Sport- und Geschäftspartner des SC Kroatisch Minihof verschickt. Also genau an jene Personen, bei denen eine Zahlungsaufforderung durch den Obmann glaubwürdig wirkt.

In einer der Nachrichten schreiben die Täter: "Hallo, wir haben im Namen des Vereins Trainingsgeräte und Zubehör bestellt. Die Lieferung erfolgt innerhalb einer Woche. Damit sich der Liefertermin nicht ändert, ist es wichtig, dass wir heute bezahlen."

Die Botschaft ist klar: Es gibt angeblich eine Bestellung - und es muss sofort überwiesen werden. Konkret sollte ein Kassier 4.864,17 Euro an einen angeblichen Geschäftspartner mit dem Kürzel "Henry A." zahlen. Tatsächlich führte das angegebene Konto ins Ausland und hatte mit dem Verein nichts zu tun. "Auf den ersten Blick hat die Nachricht täuschend echt gewirkt, unserem Kassier kam aber sofort der Verdacht, dass eine betrügerische Absicht unbekannter Täter dahinterstecken könnte", sagt Darabos.

Zweite Forderung noch höher

Wenige Tage später folgte der nächste Versuch. Diesmal gaben sich die Täter als Lieferfirma aus. Wieder wurde mit einer angeblichen Bestellung argumentiert. "Die Lieferung der bestellten Sportpflegeprodukte und Sportausrüstung erfolgt innerhalb einer Woche. Zu zahlen sind 8985,16 Euro", stand in der Mail.

Fast 9.000 Euro sollten überwiesen werden. Auffällig war, dass das Schreiben zusätzlich auf Niederländisch verfasst war.

Geld blieb am Konto

"Wir haben wirklich auf eine Lieferung gewartet, doch das Schreiben war auch auf Niederländisch verfasst. Das hat mich misstrauisch gemacht", erzählt Darabos gegenüber der "Kronen Zeitung". In keinem Fall sei Geld geflossen.

Mehrere Personen hätten sich bei ihm gemeldet und nachgefragt, ob die Mails tatsächlich von ihm stammen. "Ich habe viele Anfragen erhalten, ob das E-Mail von mir stammt", so der Ex-Minister. Seine klare Warnung: "Bitte keine voreiligen Zahlungen, am besten nachfragen!" Die Polizei ermittelt.

{title && {title} } CW, {title && {title} } 26.02.2026, 14:56
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